Kaffee, Klatsch und Kunst
Das Wichtigste in Kürze
- Vor rund zwei Monaten feierte das «Kafi Feld» seine Eröffnung
- Das Café steht auf dem Gelände der Freien Evangelischen Gemeinde (FEG) Wetzikon
- Betriebsleiterin Deborah Diem will sich mit «Latte Art» von anderen Cafés abheben
Man könnte es glatt übersehen: Etwas versteckt hinter Gebäuden auf dem Gelände der Freien Evangelischen Gemeinde (FEG) liegt das «Kafi Feld». Seit zwei Monaten betreibt der Verein Kulturfeld an der Langfurrenstrasse 2 in Wetzikon den Treffpunkt für Kaffeeliebhaber.
«Latte Art» und frisch gerösteter Kaffee
Betriebsleiterin Deborah Diem hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. Die gelernte Primarschullehrerin ist fasziniert von Kaffee. Diesen trinkt sie nicht nur, sie macht auch Kunst damit. Die Gäste im «Feld» erwartet deshalb selbst gerösteter Kaffee mit «Latte Art», also mit in Kaffee gemalten Milchbildern.
Begonnen hat ihre Leidenschaft bereits in jungen Jahren. Schon damals stellte sich die Winterthurerin etwa die Frage, wie man das Aroma des Kaffees beeinflussen könne. «Ich informierte mich im Internet und über Youtube und brachte mir das Rösten und ‹Latte Art› selber bei.»
Diem kaufte sich eine eigene Kaffeemaschine und begann, zu Hause und an Veranstaltungen selbst gebrauten Kaffee mit Kunst zu servieren. «Am liebsten kreiere ich Herzen oder Blumen.» An einem der Anlässe lernte sie Marcel Fässler kennen, einen der Initianten des Cafés – dieser war begeistert von ihrer Arbeit und weihte sie in das Projekt «Kafi Feld» ein.
«Kreativer Austausch»
So lernte die 29-Jährige auch Lukas Thut, Vizepräsident des Vereins Kulturfeld, kennen. Zwar trinkt dieser selber keinen Kaffee, ist aber fürs Administrative im Betrieb zuständig. Gleichzeitig ist er die Verbindung zur FEG, die dem gemeinnützigen Verein die Infrastruktur vermietet. Aber auch wenn sich das Café auf dem Gelände der Freikirche befindet, steht es allen offen: Das Café soll ein Quartierstreffpunkt werden.
Dieser Ansatz spiegelt sich im Logo des «Feld». Es zeigt ein nach oben aufgebrochenes Quadrat, aus dem Grashalme spriessen. Dieses Bild steht symbolisch für die Intention der Initianten. «Wir wollen, dass hier Begegnungen entstehen und Freundschaften wachsen», so Diem.
«Es ist uns wichtig zu wissen, woher der Kaffee kommt.»
Deborah Diem, Betriebsleiterin «Kafi Feld»
«Zudem wollen wir den kreativen Austausch ermöglichen», ergänzt Thut. Zum Konzept gehören deshalb auch Veranstaltungen. Geplant seien Konzerte und Lesungen, die den hiesigen Künstlern eine Plattform bieten sollen. Zu diesem Zweck würden die Café-Räumlichkeiten auch vermietet.
Zum Konzept gehört ebenso, dass möglichst viele der verwendeten Lebensmittel nachhaltig produziert und regional bezogen werden – auch wenn dies etwas mehr kostet. Laut Diem ist es den Betreibern «wichtig zu wissen, woher der Kaffee kommt».
Um den «besten Kaffee von Wetzikon» anbieten zu können, hat der Verein auch in punkto Technik tief in die Tasche gegriffen: «Unsere Kaffeemaschine hat mehrere Tausend Franken gekostet.» Neben dem schwarzen Getränk bietet das «Feld» auch frischen Kuchen wie etwa Bananenbrot oder Schokoladenkuchen und mittags gefüllte Brottaschen, sogenannte Toasties, an.
Terrasse eigenhändig angebaut
Neben dem Café befindet sich der neu gebaute Pavillon der FEG Wetzikon mit Büroräumen. Der Verein Kulturfeld ist lediglich eingemietet. Damit die Gäste den Kaffee auch im Freien geniessen können, hat der Verein eigenhändig eine Terrasse angebaut. Rund ein halbes Jahr haben der Bau und die Inneneinrichtung der Räume in Anspruch genommen.
Finanziell abgesichert ist das Café durch Spenden an den Verein Kulturfeld. Der Rest wird durch die Einnahmen finanziert. Ausserdem arbeiten ausser Diem, die vom Verein angestellt ist, sämtliche Mitarbeiter unentgeltlich.
Seit der Eröffnung sind zwei Monate vergangen. Das Zwischenfazit von Diem und Thut fällt positiv aus: «Wir konnten bereits eine Stammkundschaft aus dem angrenzenden Quartier Feld aufbauen.» Als nächstes gelte es aber, das Café besser von der Strasse aus sichtbar zu machen, etwa mit Schildern – damit man es nicht mehr übersehen kann.
Weitere Informationen zum «Kafi Feld» und den Öffnungszeiten unter www.kafi-feld.ch.

