Mein bevorzugter Krimi-Autor macht einen Lehrer zur Hauptperson, der besonders gerne Physik unterrichtet. Physik sei die Wissenschaft von all den ungeheuer mächtigen Unsichtbarkeiten und Rätseln des Universums. Und er wundert sich, wie irgend jemand Physik für langweilig halten kann.
Nein, langweilig ist Physik definitiv nicht. Angetan hat es mir die Quantenphysik, wo die Einheit von Geist und Materie ins Blickfeld kommt. Vor Jahren waren Gott der Schöpfer und Jesus der Erlöser bei mir noch ziemlich unvereinbar mit Evolution und Materie. Heute weiss ich, dass es eine bedeutungsfreie Ur-Information geben könnte, die unserer Welt als Urstoff des Kosmos und als Grundlage von dessen gesamter Evolution vom Urknall bis zur Entstehung des Bewusstseins zugrunde liegt.
Angetan hat es mir die Quantenphysik, wo die Einheit von Geist und Materie ins Blickfeld kommt.
Gott oder das Geistige wäre dann gleichzusetzen mit der Möglichkeit, der abstrakten und bedeutungsfreien Quanteninformation eine Form, eine Gestalt und möglicherweise auch eine Bedeutung einprägen zu können. Dank Büchern wie dem von Frido und Christine Mann («Es werde Licht») wandelt sich meine klassische Religiosität in ein Staunen über die möglicherweise enge Verbindung von physikalischen und geistigen Vorgängen.
Im Krimi von Wolfram Fleischhauer («Das Meer», 2018) stehen eine Umweltaktivistin und ein hoher EU-Beamter im Kampf gegen die Zerstörung der Meere und eine weltweit agierende skrupellose Fischereimafia. Nach der Krimi-Lektüre staune ich nicht über physikalische und geistige Vorgänge, sondern ich weiss mehr über einen parasitären Wirtschaftszweig und über eine der ökonomisch unsinnigsten Formen der Lebensmittelerzeugung überhaupt.

