Das Schloss zu neuem Leben erwecken: Dieses Ziel haben sich der Verwaltungsrat der Ortsgemeinde und der Stadtrat von Rapperswil-Jona gesetzt. So schreibt es Stadtpräsident Martin Stöckling im Heft zur Bürgerversammlung vom 5. September. «Mit einem zeitgemässen Auftritt hat das nicht mehr viel zu tun», doppelt Ortsgemeindepräsident Matthias Mächler beim Medientermin gestern im Stadthaus nach. Er sagt es zu einem Bild des östlichen Treppenhauses, meint aber durchaus das Schloss insgesamt.
«Es ist völlig normal, dass eine Vision irgendwann auf dem Boden der Realität landet.»
Matthias Mächler, Präsident Ortsgemeinde Rapperswil-Jona
Ab Sommer 2023 soll dieses mit neuem Konzept, neuer Führung und baulich optimiert Gäste empfangen. Dafür müssen Orts- und Stadtbürger im September einen Planungskredit von je 850'000 Franken sprechen. Der grosse Brocken folgt dann im nächsten Frühling. Total 17 Millionen wollen die beiden Behörden ins Schloss investieren. Für die Hälfte der Stadt ist eine Urnenabstimmung nötig.
Vision auf den Boden geholt
Fast fünf Jahre ist es her, seit die Kreativagentur Steiner Sarnen ihre Vision für das Schloss Rapperswil präsentierte. Von der Ursprungsidee ist nur noch der Grundsatzentscheid übrig geblieben, dass es künftig kein eigenständiges Polenmuseum im Schloss mehr geben soll. Und stattdessen den Besuchern die Geschichte des Schlosses seit 1230 erzählt wird – verbunden mit einem Rundgang. Von einem Scharnierbau als neuen Eingangsbereich hat man sich dagegen ebenso verabschiedet wie von der Idee kostspieliger wechselnder Ausstellungen. Entsprechend haben die Behörden auch die Erwartungen von einst 100'000 Besuchern pro Jahr auf noch 55'000 bis 60'000 heruntergeschraubt.

