«Im Wald, im schöne grüene Wald, han ich es Plätzli wo mer gfallt. Ich ligge det im weiche Moos und luege, stuune bloss.» Dieses Lied, das ich als Kind immer wieder mit meiner Mutter gesungen habe, will mir nicht aus dem Kopf, während ich langsam durch den Pfäffiker Wald streife. Denn der Inhalt des Kinderliedes bringt es auf den Punkt, warum ich mich heute hier befinde: Unter der Leitung von Zoë D. Lorek nehme ich eine Schnupperstunde in «Waldbaden». Ihren Ursprung hat diese Entspannungstechnik in Japan, wo sie als «Shinrin Yoku» seit vielen Jahrzehnten ausgeübt wird. Zwar gehe es darum, den Wald mit allen Sinnen wahrzunehmen. «Aber Bäume umarmen gehört nicht dazu», sagt Lorek.
Langsamer Start
Als erstes weist sie mich an, bewusst langsam schlendernd dem Weg zu folgen und auch stehen zu bleiben, wenn mein Blick auf etwas Spezielles fällt. Ich sehe Brombeeren, Pilze, Tautropfen in Spinnennetzen und erstaunliche Mengen an Fliegen auf den sonnigen Flecken am Boden.
Schnell wird klar: Je langsamer man sich bewegt, desto mehr gibt es zu sehen. Das ist allerdings keine grosse Überraschung. Ich mache schliesslich auch aus diesem Grund lieber eine Wanderung als eine Tour mit dem Velo. Bisher unterscheidet sich Waldbaden abgesehen vom Schneckentempo noch nicht gross von meinen gewohnten Spaziergängen.

