Es ist ein delikates, für viele ein unappetitliches, aber natürliches Thema, das mir unter gekommen ist – es geht ums Flatulieren. Sie wissen schon: einen fahren lassen, furzen, pupsen. Es handelt sich um ein Phänomen der Verdauung, im Darm entsteht ein Gemisch verschiedener Gase wie Sauerstoff, Stickstoff, Kohlendioxid, Wasserstoff und Methan.
Diese sind geruchlos. Doch dazu kommt ein Prozent Gase, die stinken: Schwefelwasserstoff, erinnert an faule Eier, Dimethylsulfid, riecht wie gekochter Kohl, und Metylmercaptan, duftet wie faules Gemüse. Übrigens, jede Person hat pro Tag etwa zehn bis zwölf Gasentweichungen – mal laut mal leise – was Ärzte als normal bezeichnen. Aber nicht nur wir Menschen furzen. Tiere sind wahre Meister darin.
Dabei gibt es spannende Aspekte, wie das neue Buch «(p)oops! Erstaunliches zur tierischen Flatulenz» beschreibt. So schlägt etwa die Arizona-Korallenschlange ihre Feinde in die Flucht, indem sie einen kräftigen Knall ertönen lässt, der auch noch stinkt. Das scheint bequemer zu sein, als sich mit den Giftzähnen in das Gegenüber zu verbeissen.
Seekühe nutzen die Gase im Darm zum Auftrieb, so können sie ohne Anstrengung an der Oberfläche dümpeln. Elefanten, Nashörner und Pferde sollen arg die Luft verpesten. Das wohl einzige Tier, das sich der Vergasung der Umwelt enthält, ist das Faultier. Es bewegt sich ebenso langsam wie es verdaut. So nimmt es die entstehenden Gase im Blut auf und atmet das Gas schliesslich aus.
Heringe kommunizieren gar mittels Gasabgabe in hohen Frequenzen. Etwas, was einige Menschen auch können. Sie können die Tonhöhe ihrer Abwinde modulieren und ganze Melodien produzieren. Einige haben diese Fähigkeiten kultiviert und zur Vollendung gebracht und sich das Leben als sogenannte «Kunstfurzer» auf Jahrmärkten, Rummelplätzen und im Moulin Rouge verdient.

