Pfäffiker Seestrasse erhält ihre Weihnachtsbeleuchtung
In den Sommerferien denkt kaum jemand über die Adventszeit nach. Dies bekommen auch die drei Initianten des Pfäffiker Vereins Winterbeleuchtung.ch zu spüren. Noch immer läuft ihre Spendensammlung für eine neue Weihnachtsbeleuchtung auf der Seestrasse (wir berichteten). 120’000 Franken wollten Bauvorstand Lukas Steudler (FDP), Werkkommissionspräsident Alex Kündig (EVP) und FDP-Ortsparteipräsident Daniel Haldimann auftreiben, um das von der Gemeinde vorgesehene Beleuchtungskonzept für die Seestrasse zu realisieren (siehe Box).
Ziel: acht Lichtervorhänge
Eigentlich hätte das Geld innerhalb von sechs Monaten zusammenkommen sollen. «Ansonsten gibt es zwei Möglichkeiten: Wir brechen die Sammlung ab und lassen das Geld auf dem Konto, bis man es für einen weiteren Anlauf einsetzen kann, oder wir lassen die Sammlung weiterlaufen», sagte Daniel Haldimann noch im Februar. Derzeit zeigt der Spendenstand, der auf der Website www.winterbeleuchtung.ch eingesehen werden kann, jedoch erst knapp 50’000 Franken auf. Darum haben sich die drei Co-Vereinspräsidenten für Version zwei entschieden.
Der lange Weg zur neuen Weihnachtsbeleuchtung
Die heutige Weihnachtsbeleuchtung in Pfäffikon hat ihre Lebensdauer überschritten. Bereits Ende 2016 hatte der Gewerbeverein darum eine Spendensammlung lanciert. Von den damals nötigen 30’000 Franken für eine Instandsetzung waren lediglich 10’000 Franken zusammengekommen. Zuletzt verwarfen die Pfäffiker Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung im letzten Dezember auch den Kredit in Höhe von 251’000 Franken für die Erneuerung der Pfäffiker Weihnachtsbeleuchtung. Das Projekt «Winterbeleuchtung.ch» greift ein Teilprojekt des Gemeinderates auf, der die Seestrasse mit Lichtervorhängen schmücken wollte, da die Bäume entlang der Strasse für die Neugestaltung der Begegnungszone gefällt werden mussten.
«Es ist nicht unrealistisch, dass wir es bis Ende August oder auch September auf 60’000 Franken schaffen», so Lukas Steudler. «Wir haben neben dem Sammeln auch die Projektierung der Beleuchtung weiter vorangetrieben und kennen nun aufgrund der detaillierten Offerte die genauen Kosten.» Diese fielen nun viel tiefer aus als erwartet, da viele der nötigen Fassadenanker für die Beleuchtung an passenden Stellen an den Häusern bereits vorhanden sind. Darum könne man mit dem aktuellen Betrag die ursprünglich vorgesehenen sechs Lichtervorhänge für die Seestrasse bereits finanzieren. «Ebenfalls in der Projektplanung sind wir zum Schluss gekommen, dass es auch acht Lichtervorhänge vertragen könnte. Also quasi ein Supplement.»
Ein Spender will anonym bleiben
Ein einzelner Lichtvorhang inklusive Befestigung an den Gebäuden verursacht Kosten von rund 7000 Franken. «Somit sind besagte sechs Vorhänge finanziert und für zwei weitere benötigen wir noch einmal rund 15’000 Franken, was dann die angepeilten 60’000 Franken ergibt.» Wann immer möglich sind die drei Initianten der Spendensammlung an Generalversammlungen von Vereinen präsent, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. «Am 31. August planen wir noch einen ‹Tag der Seestrasse› für alle – Details zum Programm sind aber noch geheim», so Steudler.
Im öffentlich aufgeschalteten Gönnerverzeichnis sind neben Privatpersonen auch Politiker, lokale Gewerbler, der Verkehrsverein, die Gemeinnützige Gesellschaft Pfäffikon, weitere Vereine und gar Kirchgemeinden aufgeführt. Einzig ein Grossspender der Kategorie «5000 Franken und mehr» habe den Wunsch geäussert, auf der Liste nicht aufgeführt zu werden.
In der Kategorie «5000 Franken und mehr» ist mittlerweile auch der Gewerbeverein Pfäffikon aufgeführt. Dessen Mitglieder hatten sich in den vergangenen Jahren um die Beleuchtung gekümmert und hatten auch für das verworfene Projekt des Gemeinderates ihre Mithilfe bei der Montage angeboten.
«Nicht politisch motiviert»
Zu Beginn der Spendensammlung hatten Lukas Steudler und seine Kollegen jedoch nicht nur positives Feedback erhalten. Kommentare wie «Steuern sparen und dann die Bevölkerung zu Spenden aufrufen ist ein Armutszeugnis der bürgerlichen Parteien» oder «Für die Strasse hat man genug Geld, für die Weihnachtsbeleuchtung nicht, es ist traurig» seien gefallen.
«Damals hatte ich mich an dieser negativen Stimmung sehr gestört.»
Lukas Steudler (FDP), Bauvorstand und Co-Vereinspräsident
«Unsere Initiative ist überhaupt nicht politisch motiviert, sondern kommt von uns als Einwohner von Pfäffikon», stellt Steudler klar. Zudem sei die Beleuchtung nie eine Aufgabe der Gemeinde gewesen, sondern wurde in der Vergangenheit vom Gewerbeverein finanziert. «Der Gemeinderat wollte eben genau den Betrag ins Budget aufnehmen, was an der Gemeindeversammlung von den anwesenden Volkvertreterinnen und Vertretern aber abgelehnt wurde. Das wird von den Kritikern alles vermischt.» Mittlerweile hätten solche Reaktionen aber abgenommen. «Damals hatte ich mich an dieser negativen Stimmung sehr gestört», so Steudler. «Mittlerweile überwiegt aber das Positive und wir freuen uns über alle Beiträge, egal welcher Höhe.»
