Manuel Frei nimmt Fahrt auf, tritt in die Pedalen seines Trikes. Steil und kurvig ist die Strasse nicht. Doch plötzlich dreht er das Lenkrad auf die Seite, stellt das Vorderrad quer und die beiden walzenförmigen Hinterräder driften nach rechts. Was erst wirkt, als wenn der 30-jährige Wetziker die Kontrolle über sein Gefährt verliert, ist in Wahrheit ein gewolltes Manöver. Frei dreht sich um 180 Grad und kommt zum Stillstand – gerade rechtzeitig, um nicht das Trottoir zu rammen.
Die Randsportart, bei der Frei die physikalischen Grenzen auslotet, nennt sich Drifttriken (siehe Box). Der 30-Jährige übt das Hobby nun seit rund fünf Jahren aus. Seinen früheren Aktivitäten wie dem Long- und Slalomboard zieht er es inzwischen vor. «Bei keinem anderen Sport war der Spassfaktor so gross», sagt er. Beim Rutschen oder sogenannten Sliden mit dem Trike würden Kindheitserinnerungen wach. Es erinnere ihn an das Videospiel Mario Kart und an Schlittenfahren.
Grösser als letztes Jahr
Weltweit ist Driftriken zwar nicht neu, aber laut Frei noch relativ unpopulär. Das liege unter anderem daran, dass die Dreiräder relativ sperrig, begrenzt in ihrem Einsatz und deshalb nicht attraktiv zu kaufen seien. «Drifttriken ist ungefährlich», sagt Frei, «und jeder kann es lernen.» Geschwindigkeit oder waghalsige Stunts sind gemäss dem Wetziker nicht notwendig, um einen Adrenalinkick zu bekommen. «Allein schon das Fahren ist cool. Weil man so knapp über dem Boden sitzt, erlebt man schon bei 20 Stundenkilometern und einer relativ flachen Strecke einen Nervenkitzel.»
Am Wochenende organisiert der Wetziker zusammen mit Freunden aus der Region zum zweiten Mal die sogenannten Drift Trike Days am Bachtel. «Diesmal wird der Event noch grösser als letztes Jahr», sagt er. Wegen der grossen Nachfrage habe sein Team die Anzahl Trikes um zehn Stück erweitert. «Wir sind stolz darauf, dass wir aktuell die grösste und professionellste Mietflotte der Welt haben.»

