Aufgewachsen ist Carmen Carisch zusammen mit zwei Brüdern im bündnerischen Riom bei Savognin. Nach der Schule erlernte sie den Beruf der Pferdewartin, und fuhr nach der Lehre mit einer Zweispänner-Kutsche im Bündnerland Touristen herum. Das habe ihr Spass gemacht, erzählt sie lebhaft: «Auf der dreistündigen Fahrt konnte ich den Leuten die Schönheiten der Natur zeigen».
Getrieben vom Wunsch, auf dem Trittbrett eines Kehrichtwagens mitzufahren, wechselte die Bündnerin in den Kanton Zürich. Hier erhoffte sie sich eine entsprechende Stelle. Sie kam nach Berg am Irchel, wo sie im Pferdestall von Fritz von Ballmoos Rennpferde trainierte. Und sie schrieb insgesamt 80 Bewerbungen an einschlägige Transportunternehmen. «Alle von Hand», betont sie.
Stelle bei Neftenbacher Unternehmen bekommen
Ihre Beharrlichkeit zahlte sich aus; Carmen Carisch erhielt von der Neftenbacher Firma «Mühle Transport AG», die Chance für einen eintägigen Schnuppertag, an dem sie offenbar «ihren Mann« stand. Wegen der strengen Arbeit bot man ihr einen 80 Prozent-Job an, doch für sie kam nur ein Vollzeitpensum in Frage. Die Stelle war ihre Berufung, sie wollte keine halben Sachen. Im April 2014 startete sie auf dem Trittbrett eines Kehrichtwagens.
«Wir sind ein gutes Team»
Carmen Carisch, Kehrichtfrau
Die langen Arbeitstage tun ihrer Freude keinen Abbruch. Der Arbeitsbeginn ist kurz vor 7 Uhr, gearbeitet wird, bis die jeweilige Tour fertig ist. «Der Job ist beliebt, weil er gut bezahlt ist», erklärt die Bündnerin. Die Firma hat 65 Fahrzeuge und gut 90 Mitarbeiter. Sie stammen aus der Schweiz, Deutschland, Polen oder Ex-Jugoslawien. Mit allen kann sie gut zusammenarbeiten, erzählt sie. Aber Freude hat sie, wenn sie eine Tour mit der einzigen Chauffeuse, Doris Bernhard, machen kann, denn: «Wir sind ein gutes Team».

