Frau Schürch, Sie übergeben den Weinladen Déjà Bu auf Anfang August. Haben Sie das Interesse an Wein verloren?
Nein. Jetzt ist ein guter Moment für den Wechsel, weil das mein Rücken befiehlt: Die Belastung ist gross, ich muss ständig Wein rumtragen. Ich habe « Déjà Bu » 1995 gegründet und war seit dann ständig am Lupfen. Jetzt ist gut.
Was kommt nach « Déjà Bu » ?
Ich habe immer gesagt, irgendwann biete ich « Gewaltfreies Töpfern für Ärztegattinen in der Toskana » an. Aber das war ein Witz.
Und was machen Sie stattdessen?
Ich weiss es nicht. Ich brauche mal etwas Zeit, um zu mir zu kommen, um herauszufinden, was ich machen will. Sicher etwas, bei dem man nicht schwer heben muss. Ich hätte ja noch ein Lehrerpatent.
Zur Person: Ruth Schürch gründete «Déjà Bu» 1995 in Winterthur. 2000 eröffnete sie unter dem selben Namen den Weinladen an Bahnhofstrasse 12 in Wetzikon. Auf den 1. August übergibt sie das Lokal an den Bassersdorfer Weinhändler Archetti vini d'Italia.
Ist die Rückkehr in den Lehrerberuf eine ernstgemeinte Option?
Nein. Ich habe lange nicht mehr auf dem Beruf gearbeitet, ich verstehe die Hälfte der Wörter nicht mehr. Mittlerweile gibt es viele lustige Abkürzungen, zum Beispiel « mpfmpf » , das heisst dann irgendwie speziell lernschwache Schüler. Also nicht wirklich, nur so als Beispiel. Es dürfte ruhig etwas Kreativeres als Lehrerin sein.

