Die grössten Schwierigkeiten im Arbeitsleben unserer Zeit sind Personalprobleme. Dies habe ich von verschiedenen Seiten gehört. Ich spreche von KMU, die bekanntlich das Rückgrat der Schweiz bilden.
Junge Menschen seien zwar gut ausgebildet, doch wenn in der Firma kleinere Probleme auftauchen, seien sie schnell überfordert, heisst es. Und dann schmeissen sie alles hin, wechseln die Stelle oder machen eine neue Ausbildung. So richtig ein Ding durchziehen, sei den Wenigsten gegeben. Ob diese Thesen zutreffen oder nicht, mag und kann ich nicht beurteilen, denn ich bin so quasi eine Firma aus mir allein.
Ich denke es liegt vor allem an Folgendem: wer kann sich heute schon mit «seiner» Firma noch identifizieren? Früher war man stolz, etwa «bi de Sulzere» oder «bim Müller-Meier» (Name zufällig gewählt) zu schaffen. Aber in der globalisierten Welt weiss man ja nicht mehr, für wen man sich einsetzt.
Dem Patron ist ein studierter Manager gefolgt, dem es egal ist, in welcher Branche er neu strukturiert, Kosten einspart und Gewinne hochschraubt. Und sich für einen anonymen Shareholder abzurackern, der schlicht möglichst viel kassieren will, ist auch nicht gerade befriedigend. So ist der Beruf zum Job verkommen, motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu «Human Resources», zu möglich günstigem, menschlichen Arbeitsmaterial verkommen.
Logisch, sind Feierabend und die Möglichkeit mit Brückentagen möglichst viel Freizeit einzuziehen immer wichtiger. Dagegen lassen sich die Chefs einiges einfallen. Personal muss gepflegt werden, sonst schmeissen sie hin und die Suche nach Ersatz ist teuer und aufwändig.

