Herr Frei, Sie waren 19 Jahre lang in der Institution Lindenbaum in Pfäffikon tätig, 15 davon als Geschäftsführer. Ende September werden Sie nun pensioniert. Wie werden Sie Ihren ersten freien Tag verbringen?
Stefan Frei: Die ersten zwei Monate werde ich sicher sehr viel Zeit auf meinem Kabinenboot sein und ein Tag pro Woche ist für meine Enkel reserviert. Jedoch werde ich auch nach meiner Pension noch in Projekte der Institution Lindenbaum eingebunden sein.
Inwiefern?
In den nächsten Jahren ist eine Erweiterung geplant. In einem Neubau werden Räume für die Wäscherei, Reinigung und Hauswartung realisiert. Ich werde als Baukommissionspräsident vertreten sein.
Das Loslassen fällt Ihnen also nicht einfach.
Das werde ich am letzten Tag erst merken (lacht). Abschiednehmen gehört zum ganzen Prozess dazu. Das Arbeiten war für mich immer wie ein Hobby, ich habe das nicht von meiner Freizeit unterschieden.
Was kommt Ihnen als erstes in den Sinn, wenn Sie an die letzten 19 Jahre zurückdenken?
Die Jugendlichen kommen gerne hierher, die Institution Lindenbaum wurde attraktiv über die letzten Jahre. Wir sind keim Heim mehr, sondern eine Firma, die in verschiedenen Bereichen Dienstleistungen erbringt. Das war vor 20 Jahren noch nicht der Fall, das Angebot stimmte damals nicht. Der Lindenbaum machte einen ‹klösterlichen› Eindruck, man wollte die Jugendlichen in das Erwachsenenleben pressen. Sie durften nicht über die Stränge schlagen und sich wie junge Menschen benehmen. Auch wurden über die Jahre die Aufgaben angepasst. Früher wurden viele ‹Nullarbeiten› ausgeführt, also reine Beschäftigungstherapie. Heute erfüllen die Jugendlichen Dienstleistungen, die einen Zweck haben und deren Qualität wichtig ist.

