«Ich brauche erst einmal eine Pause»
Im August ist es zehn Jahre her, als Besnik «Mario» Mehmedi das italienische Restaurant «Vecchia Posta» im Pfäffiker Dorfzentrum eröffnet hatte. Doch mit dem runden Geburtstag kommt die Geschichte seines Betriebes bereits zu einem Ende. «Es tut schon weh, den Kunden immer wieder erklären zu müssen, warum es uns hier bald nicht mehr geben wird», sagt der 48-jährige Mehmedi.
Der Grund für die Schliessung des Restaurants liegt im Mietverhältnis. «Als wir eröffnet hatten, galt ein Mietvertrag über fünf Jahre, mit Option auf Verlängerung», erzählt Mehmedi. Da es bereits nach fünf Jahren unsicher schien, ob der Vertrag verlängert würde, eröffnete er eine zweite «Vecchia Posta» in Hinwil. Trotzdem sollte es in Pfäffikon noch einmal für fünf Jahre Pizza und Pasta geben. Doch Ende August läuft nun auch der aktuelle Vertrag aus. Und dieses Mal ist es definitiv.
«Kann nicht mehr richtig lachen»
Seine Mitarbeiter habe er frühzeitig über das nahende Ende informiert – einige würden in Hinwil weiterarbeiten können, andere hätten anderswo eine neue Stelle gefunden. «Es war sehr emotional, als ich ihnen verkünden musste, dass sie nicht mehr lange bei mir arbeiten können», sagt Besnik Mehmedi. «Eigentlich hätte ja alles gestimmt: es lief sehr gut, die vielen treuen Kunden, die langjährigen Mitarbeiter…»
Rückblickend hätten er und sein Team von Anfang an sehr viel Unterstützung in der Gemeinde erhalten. «Am Anfang lief noch nicht alles ganz rund. Aber die Kunden haben uns nicht im Stich gelassen.» Dass die Schliessung mit jedem Tag näher kommt, sei nichts Schönes. «Darum kann ich auch nicht mehr so richtig lachen.»
Ein eigentliches Abschiedsfest ist denn auch nicht geplant, dies allerdings mehr aufgrund der Sommerferien. «Damit sich alle, die wollen, verabschieden können, gibt es vom 7. bis 30. August für jeden Gast ein Glas Prosecco gratis.»
Zwischenstopp in Deutschland
Danach brauche er erst einmal eine Pause. Denn auch die letzten Jahre sind nicht spurlos an ihm vorübergegangen. Aus gesundheitlichen Gründen musste er schon vor einiger Zeit kürzer treten, hat darum die Leitung des Restaurants in Hinwil vor ein paar Jahren an Katarina Petrovic übergeben. «Sie ist eine Perle. Zu sehen, wie sie das Restaurant führt, macht mich glücklich.» Dort soll sein «Mario»-Konzept – wie er bereits früher zu Schulzeiten im Basketballteam genannt wurde – weiterleben.
Er selber geht vorerst nach Deutschland, wo sein Sohn Elvir Mehmedi das «Ristorante Mediterraneo» in Hanau bei Frankfurt führt, um ihm im Betrieb etwas unter die Arme zu greifen. Langfristig zieht es ihn aber irgendwo an die Wärme.
