Unter normalen Umständen wäre diese Ständeratswahl langweilig. Denn für den Kanton Zürich treten am 20. Oktober zwei Bisherige an: Daniel Jositsch (SP) und Ruedi Noser (FDP). Die 2015 neu Gewählten haben nichts falsch gemacht und scheinen miteinander zu harmonieren. Eine Wiederwahl müsste eigentlich problemlos sein. Dies umso mehr, als die letzte Abwahl im Zürcher Ständerat 52 Jahre zurückliegt.
Das Wahljahr 2019 ist allerdings insofern ungewöhnlich, weil es im Zeichen von Klima und Frauen steht. Im Nachgang zu den weltweiten Schülerprotesten befinden sich Grüne und Grünliberale im Höhenflug. Zudem hat die Schweiz einen Frauenstreiktag erlebt, der so viele Frauen wie noch nie auf die Strasse brachte.
Zwei Frauen fallen auf
Diese Grosswetterlage könnte im Herbst für die beiden Männer, die den Stand Zürich in Bern vertreten, gefährlich werden. Im grossen Feld der Bewerberinnen und Bewerber fallen zwei Frauen auf, die fast alle Merkmale auf sich vereinen, die politisch hoch im Kurs sind. Sie sind grün eingefärbt, jung, gut ausgebildet und verstehen ihr politisches Handwerk: Die 40-jährige Nationalrätin und Fraktionschefin Tiana Angelina Moser (GLP, links im Bild) und die 39-jährige Neo-Kantonsrätin und Parteipräsidentin Marionna Schlatter (Grüne, rechts im Bild) aus Hinwil.

