Dort wo es sie gibt, ist sie in der Regel heiss begehrt: die verbilligte Gemeinde-Tageskarte – das GA füre inenTag. Das belegen die Auslastungszahlen der Kommunen. Sie liegen in der Regel bei über 90 Prozent. Wie beliebt die Gemeinde-Tageskarte ist, zeigte sich auch im vergangenen Februar. Die Stimmberechtigten in Winterthur befürworteten damals mit einem Ja-Stimmen-Anteil von rund 85 Prozent einen Kredit zur Beschaffungvon Gemeinde-Tageskarten.
Als deshalb nur wenige Monatespäter bekannt wurde, dass CH-direct die nationale Tariforganisation des öffentlichen Verkehrs, die Gemeinde-Tageskarten abschaffen möchte, war der Frust auch in Winterthur gross. «Die Gedankengänged er SBB werden von der Stadt sehr bedauert», hiess es. Winterthur hatte sich danach im Rahmen einer Umfrage des Schweizerischen Städteverbandes und des Gemeindeverbandes zum Thema Tageskarten dafür eingesetzt, dass das Angebot bestehen bleibt.
Klares Umfrageresultat
Die Umfrage, an der rund 60 Städte teilgenommen haben, «ergab ein hohes Interessean einer Weiterführung der Gemeinde-Tageskarte», sagt Renate Amstutz, Direktorin des Schweizerischen Städteverbandes. Die Auswertung der Umfrageergebnisse des Schweizerischen Gemeindeverbandes kam zum gleichen Schluss. «Die Gemeinden wünschen sich deshalb die Fortsetzung des Status quo, wollen also das Angebot der Tageskarte in der jetzigen Form beibehalten», sagt Claudia Hametner, stellvertretende Direktorin des Gemeindeverbandes. Und das trotz der Tatsache, dass oft Mehrkosten entstehen – und die Tageskarten für einige Gemeinden ein Verlustgeschäft sind.

