Kürzlich haben die Schülerinnen und Schüler der 6. Primarklasse des Schulhauses Risi gegen 500 Unterschriften übergeben. Damit wollen sie die Gemeinde zum Sammeln von Plastikabfällen aufmuntern. Ich unterstütze das Anliegen. Bevor wir allerdings zur Umsetzung kommen, müssen die Voraussetzungen geschaffen werden. Dazu gehören beispielsweise Anpassungen bei der Wertstoffsammelstelle. Auch will ich mit den Abnehmern des Plastikabfalls persönlich sprechen und mir ein Bild machen, was mit dem gesammelten Plastik konkret passiert. Man hört ja die abenteuerlichsten Geschichten rund um die Wiederverwertung. Selbst die Experten auf nationaler wie kantonaler Ebene sind sich (noch) nicht einig.
Wichtiger als das Sammeln ist jedoch das Verhindern von Plastikabfall. Da kann jede und jeder seinen kleinen Beitrag leisten. Allerdings müssen wir Konsumenten mehr Druck ausüben auf die Grossverteiler. Ich kaufe, wenn immer möglich, Bio-Produkte. Früchte und Gemüse sind jeweils mit einer Plastikfolie geschützt. So lassen sich die Bio-Produkte von den traditionell angebauten unterscheiden. Mein Konsumverhalten zwingt mich also dazu, nach jedem Einkauf unzählige Folien zu entsorgen.
Warum können Bio-Produkte nicht offen angeboten werden? Haben die Detailhändler Angst, dass sich die Konsumenten beim teureren Bio eindecken, aber den tieferen Preis bei der Waage eintippen? Müssen wir Einkäufer im Laden die Produkte auspacken, in mitgebrachte Behältnisse umfüllen und die Plastikverpackung schliesslich im Laden liegen lassen? Dies würde übrigens die Entsorgungskosten bei den Grossverteilern in die Höhe schnellen lassen, da deren Abfall nicht mehr unter die von der Gemeinde organisierte Entsorgung fällt.
Seien wir also mutig und erhöhen wir den Druck auf die Grossverteiler. Noch besser ist es, am Samstag frisches Gemüse und knackige Salate bei Regula und Matthias auf dem Gemeindehausplatz zu kaufen. Sie setzen zwar auch Plastiksäcklein ein. Ich kann aber das Gemüse in meine mehrfach verwendbaren Behältnisse packen. So fühle ich mich doppelt gut: Ich unterstütze das lokale Gewerbe und reduziere den Plastikabfall.
Ja, unser kleiner Markt am Samstag liegt mir sehr am Herzen. Leider hat sich das Angebot in den letzten Jahren laufend reduziert. Dies ist sehr schade, bildet der Markt doch einen wichtigen Treffpunkt. Er hat auch eine grosse gesellschaftliche Bedeutung. Lokal, überschaubar, sympathisch – dies sind die Stichwörter, die mir zum Markt einfallen. Und es soll in Turbenthal Leute geben, die noch nie den Markt am Samstag besucht haben.
Ich habe auch keine Idee, wie wir die Attraktivität des Marktes steigern können. Auf jeden Fall sind wir in der klassischen Huhn-/Ei-Frage gefangen. Braucht es mehr Käufer und dies führt dann zu einem grösseren Angebot? Oder muss zuerst das Angebot (noch) attraktiver werden und dann kommen die Käufer? Mir tun jeweils die Betreiber eines neuen Standes leid, wenn sie den ganzen Morgen präsent sind und nur wenig verkaufen können. Aber in Turbenthal brauchen neue Angebot eh länger, bis sie akzeptiert sind.

