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Politik

Jodlerfest und Streetparade

Musik verbindet und fördert das Zusammenleben. Das wird auch in wenigen Tagen beim Jodlerfest in Winterthur-Wülflingen der Fall sein. Davon ist Kolumnist Guy A. Lang überzeugt.

Jodlerinnen, Jodler, Alphornmusikanten, Fahnenschwinger – Frauen sind dabei noch rar – und Folkmusikformationen, sie alle treffen sich ab nächsten Freitag in Winterthur. Das traditionelle Brauchtum hat seinen grossen Auftritt. Dafür wurden ein Jodlerdorf, eine Holzbrücke, Festbeizen und Zelte aufgebaut, Kirchen, Schulen und der Hundeclub zu Einsinghallen umfunktioniert und Winterthur-Wülflingen zum Festgelände erklärt. Die Voraussetzungen für ein Megafest sind optimal. 

«Cool», «Singen statt Drogen», «sexy», sagen junge und ältere Beteiligte. Solche Aussagen und die Tatsache, dass das Schweizer Fernsehen die Liveübertragung von Schwingfesten ausbaut, zeigen, wie schweizerische Kulturgüter einem immer breiter werdenden  Publikum wichtig werden. Dass die Besinnung auf Wurzeln und Brauchtum auf im wahrsten Sinn konservative – also bewahrende – Eigenheiten wieder an Boden gewinnen, weckt Hoffnung auf das Abebben der absolut egoistische Phase «Gewinnmaximierung für sich selber». Werte wie Empathie, Verantwortung, gegenüber anderen oder Zusammengehörigkeit und gemeinsames Erleben gewinnen an Raum, machen das Zusammenleben reicher und erfreulicher. Dabei gilt die Verantwortung nicht nur Menschen sondern auch Natur, Tiere, Nahrungsmittel gegenüber. 

Auch für verschiedene andere Grossveranstaltungen kann das farbenfrohe Jodlerfest in der Region ein Vorbild sein. Neben den etwa 4’000 Aktiven werden auch 60’000 Besucherinnen und Besucher erwartet. Krawalle, sexistische Plakate und Petardenangriffe wie anderswo, sind kaum zu erwarten. Denn es ist laut eigener Aussage «ein friedliches Völklein», das da kommt. Wie schon das Sprichwort sagt: «Wo man singt, da lass Dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder».

Dieses bewahrheitet sich auch bei einem anderen Musikfest. Ich meine die Streetparade. Auch sie ist bunt, auch bei ihr treffen sich Menschen zu gemeinsamer Musik. Während die einen zusammen singen, tanzen die anderen zusammen. Und beide zeigen ihre schönsten Kostüme –Trachten oder schrille Outfits. Stimulanzien gibt es auch bei beiden – hie Ecstasy, da Alkohol. Wichtig ist bei beiden: man trifft sich, man freut sich zusammen und man feiert zusammen. Musik verbindet halt. (Guy A. Lang) 
 

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