Startschuss für Freiwilligen-Netzwerk im Bezirk Pfäffikon
Präsident Hansruedi Kocher konnte der Generalversammlung der Gemeinnützige Gesellschaft des Bezirks Pfäffikon (GGBP) gelassen entgegen sehen. Denn die Unterstützung für eine neue Benevol-Fachstelle im Bezirk Pfäffikon war bereits im Vorfeld gross. Schliesslich waren es nur die beiden Gemeinden Weisslingen und Wila, die sich gegen eine Teilnahme am Projekt entschieden. Benevol-Fachstellen unterstützen und fördern bereits in fast allen Deutschschweizer Kantonen die freiwilligen Einsätze durch Beratung und Weiterbildung.
Eine solches Angebot aufzubauen und zu betreiben, hatte sich die GGBP vor drei Jahren auf die Fahne geschrieben und entsprechende Vorarbeit geleistet. Eine Ende 2016 durchgeführte Umfrage bei Gemeinden, Kirchgemeinden, Institutionen und Vereinen im Bezirk hat ergeben, dass dafür ein grosses Bedürfnis besteht.
Start im Herbst geplant
Nun ist der entscheidende Schritt getan: Dem bis Ende 2022 befristete Pilotprojekt wurde von der Genervalversammlung am Dienstagabend mit einer überwältigenden Mehrheit und nur einer Gegenstimme zugestimmt. Im Winter soll die unabhängige Fachstelle für Freiwilligenarbeit ihren Betrieb aufnehmen, die Eröffnung ist für Donnerstag, 5. Dezember, dem internationalen Tag der Freiwilligen, vorgesehen.
Wo, ist noch unklar. «Der Standort der Fachstelle steht zurzeit noch nicht fest», sagt GGBP-Präsident Hansruedi Kochen. «Es laufen Abklärungen und es fanden auch schon Gespräch mit möglichen Vermietern statt. Wir würden einen Standort in Pfäffikon bevorzugen.» Klar ist hingegen, dass die Fachstelle neutral sein wird und Freiwilligenarbeit in allen Bereichen – Sport, Kultur, Soziales, Kirche, Umwelt und Nachbarschaftshilfe – unterstützt. Sie koordiniert und vernetzt Vereine und Organisationen – unter anderem mit der Website www.benevol-jobs.ch.
«Ohne Freiwilligenarbeit würde die Gesellschaft nicht so funktionieren, wie sie funktioniert»
25.10.2018

Pfäffiker Gemeindepräsident Hirzel
Die Gemeinnützige Gesellschaft des Bezirks Pfäffikon will die Freiwilligenarbeit fördern. Beitrag in Merkliste speichern Die budgetierten Kosten für die Dauer des Pilotprojektes von 2019 bis Ende 2022 belaufen sich auf insgesamt 315’000 Franken. Ein grosser Teil davon sind Lohnkosten für eine Fachperson, welche die Fachstelle mit einem Pensum von mindestens 50 Prozent besetzen wird.
Anfrage an Lotteriefonds
Die Gemeinden Fehraltorf, Illnau-Effretikon, Lindau, Pfäffikon und Russikon werden sich mit 50 Rappen pro Einwohner und Jahr an den Kosten beteiligen, Wildberg mit 30 Rappen und die Gemeinden Bauma und Hittnau mit 25 Rappen. « Wir ersuchten alle zehn Bezirksgemeinden, Beiträge von 50 Rappen und Einwohner pro Jahr für die Pilotphase 2020 bis 2022 zu bewilligen », sagt Koch . Die drei Gemeindenräte Bauma, Hittnau und Wildberg hätten wohl einen Beitrag bewilligt, aber nur mit einem reduzierten Ansatz. « Wir sind dankbar für alle Beiträge und freuen uns sehr darüber, dass acht von zehn Gemeinden das Projekt unterstützen werden. »
Neben den Gemeindebeiträgen wird die Fachstelle unter anderem mit Beiträgen der Gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons Zürich, der Clientis Zürcher Regionalbank, dem Migros Kulturprozent und diversen Stiftungen finanziert. Dazu kommen Beiträge der Organisationen und Vereine, den Mitgliedern der künftigen Benevol-Fachstelle. Mit einem Beitragsgesuch an den Lotteriefonds des Kantons Zürich wird angestrebt, die hohe Belastung der GGBP – deren Beitrag aus dem Vermögen derzeit mit rund 25’000 Franken pro Jahr budgetiert ist – zu reduzieren. « Das Gesuch an den Lotteriefonds wird nach dem positiven Entscheid der Generalversammlung nun eingereicht », sagt Hansruedi Kocher . « Es muss davon ausgegangen werden, dass wir erst im Herbst einen Bescheid erhalten werden. »
Nach der Pilotphase wird im Jahr 2022 definitiv über die Weiterführung entschieden.
Finanzstrategie bis 2022
Da mit dem Aufbau und dem Betrieb der Benevol-Fachstelle grosse Kosten für die GGBP anfallen, musste sich der Vorstand intensiv mit der finanziellen Situation befassen. Er kam zum Schluss, dass während der Dauer des Pilotprojektes grössere Ausgabenüberschüsse in Kauf genommen werden können. Der Vermögensabbau von rund 600’000 Franken auf rund 450’000 Franken wird somit bewusst eingeplant. Vorerst sollen die Mitgliederbeiträge von 20 Franken pro Person und Jahr nicht erhöht werden. Der Vorstand habe jedoch die klare Absicht, das Vermögen anschliessend auf dem Stand von Ende 2022 zu halten un keine weiteren Defizite mehr zuzulassen. Dies bedeutet, dass mit dieser Strategie ab dem Jahr 2023 mit höheren Mitgliederbeiträgen gerechnet werden muss.
