400 E-Autos für Pfäffikon
Es liegt für gewöhnlich in der Natur von Legislaturzielen, relativ offen formuliert zu sein – manchmal gar schwammig. So auch im neuen Leitbild des Pfäffiker Gemeinderates, das zwölf verschiedene Ziele für die Legislatur 2018 bis 2022 formuliert. Unter anderem soll das Ortszentrum vom Individualverkehr entlastet werden, das gültige Altersleitbild umgesetzt, die Gemeinde will attraktiv und die Sicherheit im öffentlichen Raum gewährleistet bleiben. Während es beim Ziel, das elektronische Baubewilligungsverfahren einzuführen, schon etwas konkreter wir, stechen an einem Punkt im mehrseitigen Bericht einige konkrete Zahlen ins Auge.
Mehr Solarzellen zur Miete
Es ist das Ziel Nummer 10, in dem der Gemeinderat ausführt, wie mit einer «ökologischen, ökonomischen und sicheren Ver- und Entsorgung eine Reduktion der CO2-Belastung» erreicht werden soll. So will die Gemeinde zusammen mit den Gemeindewerken bei der Realisierung von Fotovoltaikanlagen eine Vorbildfunktion übernehmen und bis Ende Legislatur 2700 neue Panels realisieren.
«Die zusätzlichen Solarpanels sollen in erster Linie auf Liegenschaften, die im Besitz der Gemeinde sind, verbaut werden», sagt Hanspeter Thoma, Gemeindeschreiber von Pfäffikon. Bereits heute können Pfäffiker, denen es aufgrund ihrer wohnlichen Situation nicht möglich ist, eigene Solarpanels zu installieren, Teile der gemeindeeignen Photovoltaikanlagen «mieten».
Pro gemietetes Panel wird auf der Rechnung der Gemeindewerke pauschal der Preis für 100 Kilowatt Strom gutgeschrieben. Eine solche Anlage ist etwa auf dem Dach des Chesselhuus in Betrieb. «Die Resonanz damals war riesig, innert kürzester Zeit waren alle Flächen vermietet», sagt Gemeindeschreiber Thoma. Davon angespornt, wolle man solche Projekte weiter fördern.
In einem weiteren Schritt werde man auch mit Privaten zusammenarbeiten. Gerade Baueingaben von Neubauten böten für die Verwaltung eine gute Chance, das Gespräch mit der Bauherren zu suchen und sie über die Möglichkeiten einer Fotovoltaikanlage zu informieren.
Informationen als Ansporn
Weiter soll die Strassenbeleuchtung auf Gemeindegebiet bis Ende Legislatur zu 90 Prozent aus LED-Lampen mit intelligenter Steuerung bestehen. «Die Beleuchtung von Kantonsstrassen ist in unserem Ziel enthalten», präzisiert Bauvorstand Lukas Steudler (FDP).
«400 Fahrzeuge wären rund sechs Prozent aller gemeldeten Autos in Pfäffikon – das ist ein hoch gestecktes Ziel.»
Hanspeter Thoma, Pfäffiker Gemeindeschreiber
Konkret wird der Gemeinderat auch in Sachen E-Mobilität. Er hat sich das Ziel gesteckt, dass im Jahr 2022 rund 400 Elektroautos in Pfäffikon immatrikuliert sind. «Es ist natürlich Privatsache, ob jemand ein E-Auto kauft oder nicht», sagt Gemeindeschreiber Hanspeter Thoma. «Aber als Gemeinde können wir mit Informationen Anreize schaffen.»
Zusammen mit den Gemeindewerken müsse man auch das Angebot von E-Tankstellen überprüfen. «Die E-Autos müssten schliesslich auch auf Gemeindegebiet geladen werden können.» Vorstellen könnte man sich zudem eine Zusammenarbeit mit lokalen Autohändlern, um gemeinsam einen Informationsanlass zu organisieren. «400 Fahrzeuge wären rund sechs Prozent aller gemeldeten Autos in Pfäffikon – es ist dem Gemeinderat bewusst, dass dies ein hoch gestecktes Ziel ist», so Thoma.
Ersatz von Ölheizungen
Das vierte Hauptziel im Bereich Energieplanung ist die Sanierung von bestehenden Gebäuden. «Dazu gehört, die Anzahl der Erdölheizungen zu reduzieren», sagt Bauvorstand Lukas Steudler. «Alle diese Massnahmen tragen zur Reduktion des CO2 Fussabdrucks der Pfäffiker Bevölkerung bei.»
Der Gemeinderat hat Anfang Jahr den Steuerungsausschuss Energie eingesetzt. Darin vertreten sind der Werkvorstand, der Bauvorstand, sowie Mitarbeitende der Gemeindewerke und des Bauamts. Er überwacht die Umsetzung des Energieplans, den die Gemeindeversammlung im letzten Herbst angenommen hat.
Der Ausschuss erarbeitet im ersten Halbjahr 2019 ein Energiecockpit. Mit diesem Instrument wird er den Gemeinderat je nach Massnahme halbjährlich oder jährlich über den Stand der Zielerreichung informieren. Die erste Berichterstattung soll im Juni erfolgen.
Eine ausführliche Liste der Legislaturziele ist online auf der Website der Gemeinde Pfäffikon www.pfaeffikon.ch zu finden.
