«Es war keine Frage ob, sondern wann so etwas passieren wird»
«Wir wollen die Augen nicht verschliessen, aber auch nicht schwarzmalen.» Antonia Zurbuchen, Leiterin des neuen Naturzentrums Pfäffikersee, musste seit der Eröffnung des Zentrums Mitte April schon einige Mal leere Flaschen und Alubüchsen auf dem Vorplatz einsammeln.
«Was geschieht erst in den Sommermonaten?»
Antonia Zurbuchen, Leiterin Naturzentrum Pfäffikersee
Doch in der vergangenen Woche war die Menge an Abfall und leeren Flaschen, die von Unbekannten zurückgelassen wurden, so gross, dass sie sich bei der Kommunalpolizei gemeldet hat. «So ein Gelage ist ein unschönes Bild. Das hätten wir nach einem so kalten Abend nicht erwartet», sagt Zurbuchen. «Was geschieht erst in den Sommermonaten? Es war keine Frage ob, sondern wann so etwas passieren wird.» Nun werde man Massnahmen diskutierten. «Aber nichts überstürzen.»
Gemäss Peter Andenmatten von der Kommunalpolizei Region Pfäffikon wird die Polizeipräsenz zu Fuss mit dem Einzug der wärmeren Temperaturen erhöht. «Das Naturzentrum liegt auf der Route am See entlang und wird somit automatisch in die Kontrollgänge miteinbezogen.» Bisher habe man an dieser Stelle keine auffälligen Gruppen entdeckt. «Stellt die Kommunalpolizei Personen fest, die Abfall nicht korrekt entsorgen, werden diese gebüsst», sagt Andenmatten.
«Treffen wir Personen an, die stark alkoholisiert sind, suchen wir den Dialog.»
Peter Andenmatten, Polizist
Erfahrungsgemäss wird mehr Abfall weggeworfen oder liegengelassen, wenn sich niemand in der Nähe befindet, besonders nachts. Zudem sinke die Hemmschwelle nochmals, wenn viel Alkohol getrunken wird. «Treffen wir Personen an, die stark alkoholisiert sind, suchen wir den Dialog», sagt Andenmatten. Speziell bei Minderjährigen schaue man genau hin, um in Erfahrung zu bringen, woher sie die alkoholischen Getränke haben.
Interaktives Naturzentrum Pfäffikersee überzeugt Besucher
14.04.2019

Erstmals Tore geöffnet
Das Naturzentrum Pfäffikersee öffnete dieses Wochenende erstmals seine Tore für Interessierte. Beitrag in Merkliste speichern Dass das Thema auf Facebook so intensiv diskutiert wird, hat Antonia Zurbuchen überrascht. Doch sie zieht daraus einen positiven Schluss: «Die Leute haben sich schon mit dem Naturzentrum angefreundet und setzen sich dafür ein.» Den Platz mit Kameras zu überwachen, sei allerdings nicht so einfach, da es sich um einen öffentlichen Raum handle.
Betrieb gut angelaufen
Die Littering-Vorfälle werde man auf jeden Fall im Auge behalten, so Antonia Zurbuchen, doch grundsätzlich sei der Betrieb des Zentrums gut angelaufen. «Wir sind mit den Besucherzahlen sehr zufrieden und haben zudem schon viele Anfragen für private Führungen oder Lektionen für Schulklassen.» Auch die beiden Führungen durch das Naturschutzgebiet seien trotz garstigem Wetter gut besucht gewesen. «Die Rückmeldungen sind erfreulich», sagt Zurbuchen weiter. «Somit überwiegt das Positive.»
