«Nach dem Umbau wollte ich den Betrieb nicht in fremde Hände geben»
Herr Hitz, vor drei Jahren hatten Sie mit dem Restaurant Freihof Grosses vor. Was ist daraus geworden?
Leider nicht wirklich was ich geplant habe. Wie ich befürchtet habe, hat der Kanton meine Ideen auf ein Nichts zusammengestrichen. Als Architekt kenne ich die strengen Auflagen und weiss, dass es oft mühsam ist, wenn man in der Landwirtschaftszone etwas verändern will. Aber ich finde es nach wie vor nicht verständlich, dass man nicht einmal die WC-Anlage in einem bereits bestehenden Gebäude vergrössern darf. Das Haus steht schliesslich immer noch genau gleich da. Aber trotzdem kann sich das Ergebnis so sehen lassen und auch mit den vielen Auflagen ist etwas Schönes entstanden.
« Ich mache lieber nichts, als einen Seich. »
Christoph Hitz
Inwiefern wirken sich diese Einschränkungen jetzt auf die Anlässe aus, die Sie im und um das Restaurant durchführen wollen?
Von einem wirklich modernen Betrieb kann nicht die Rede sein, aber alt bewährt ist auch ein gutes Konzept. Eine meiner Vorstellungen wäre etwa gewesen, im Freien eine überdachte Bühne aufzustellen, wo kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte hätten stattfinden können. Doch eine solche Installation hat der Kanton nicht erlaubt. Nun müssen wir uns eben mit Zelten oder Ähnlichem zu helfen wissen, was nicht den gleichen Effekt haben wird. Aber ich will nicht jammern, ich wusste, dass es so kommen könnte. Die Freude, dass das Restaurant nun wieder offen ist, überwiegt. Sonst hört man ja überall von Schliessungen, hier konnte ich zusammen mit meinem Umfeld etwas Gelungenes auf die Beine stellen.
Sie haben das Gebäude, das 1862 erbaut wurde, in den letzten drei Jahren mit ihrer Tochter und deren Freund in Eigenregie renoviert. Welcher Teil des Hauses gefällt Ihnen persönlich am besten?
Alles was über die Jahre zugebaut und nun wieder hervorgearbeitet wurde. Ich freue mich an den alten Konstruktionen und die Materialien. Viele unschöne, aber halt praktische Bodenbeläge wurden entfernt und zum Vorschein kamen wunderbare Holzböden. Auch die grosse Werkstatt in der angrenzenden Scheune, die natürlich während dieser Zeit rege genutzt wurde, ist ein schöner Zeitzeuge. Altes und Herkömmliches zu zeigen – dafür schlägt mein Herz.
Vor drei Jahren haben Sie noch geplant, einen Pächter für das Restaurant zu suchen. Nun haben es Ihre beiden Töchter übernommen. Haben Sie überhaupt nach einem Pächter gesucht?
Nein. Als die Eröffnung langsam absehbar wurde, war schon so viel Persönliches von mir und meiner Familie in die Umbauarbeiten eingeflossen, dass ich den Betrieb nicht mehr in fremde Hände geben wollte. Nun befinde ich mich in der glücklichen Lage, dass ich zwar der offizielle Geschäftsführer des Restaurants bin, aber meine Mitarbeiter den Freihof bestens führen können und ich mich auf die Papierarbeiten im Hintergrund konzentrieren kann.
« Alles soll in einem gesunden Tempo wachsen. Nicht mit angezogener Handbremse aber auch nicht Vollgas. »
Christoph Hitz
Wie oft sind Sie selber vor Ort?
Jeden Tag, doch meist früh morgens, wenn keine Gäste anwesend sind. Dann hole ich das Couvert ab, in das mir meine Töchter jeweils während des Tages Hinweise für Dinge, die zu erledigen sind, einstecken. Zum Mittagessen habe ich es leider erst letzte Woche zum ersten Mal geschafft.
Es werden täglich drei Mittagsmenüs angeboten, am Abend gibt es eine kleine Karte, plus kalte Speisen. Welche Überlegungen stecken dahinter?
Der Umgang mit Ressourcen ist mir wichtig. Eine kleine Karte generiert weniger Reste. Weniger ist mehr, und zudem ehrlicher. Wir bieten einfache, bodenständige Küche an, was so auch zum Freihof passt.
Dass das Restaurant seinen Betrieb aufgenommen hat, ging Anfang April ohne grosse Werbetrommel oder Einweihungstag über die Bühne. Ist noch ein Eröffnungsfest geplant?
Irgendein Fest wird es im Sommer auf jeden Fall geben. Ob wir es als Eröffnung oder einfach als ein weiteres Freihof-Fest bezeichnen, steht noch offen. Der ganze Betrieb nimmt nun langsam Fahrt auf, so können sich alle Beteiligten schrittweise angewöhnen. Darum habe ich auch noch nicht gross Werbung für das Restaurant gemacht. Und die drei Zimmer im Obergeschoss, die etwa von Saisonniers, Wochen- oder Monatsaufenthalter gemietet werden können, sind noch nirgendwo ausgeschrieben. Auch die Website des Restaurants ist erst sehr spartanisch eingerichtet. Ich mache lieber nichts, als einen Seich. Alles soll in einem gesunden Tempo wachsen. Nicht mit angezogener Handbremse aber auch nicht Vollgas.
Was muss am Gebäude jetzt noch alles gemacht werden?
Müssen gar nichts. In einer nächsten Etappe will ich im Anbau noch eine Bar einrichten. Vielleicht wird sie in zwei Jahren eröffnet, vielleicht auch nicht.
