Mit einem klaren Ja nahm das Schweizer Stimmvolk im November die neue gesetzliche Grundlage für die Überwachung von Sozialversicherten an: 64,7 Prozent sprachen sich für verdeckte Beobachtungen von Leistungsbezügern durch sogenannte «Sozialdetektive» aus. Für die Effretiker Coprin AG eigentlich ein Grund zur Freude – das 2008 gegründete Unternehmen hat sich auf Observationen und Privatermittlungen spezialisiert. Diverse Medien hatten darum bereits im Vorfeld der Abstimmung über die Firma berichtet, die in den vergangenen Jahren für diverse Auftraggeber im Einsatz war.
Doch von zusätzlichen Aufträgen bisher keine Spur. Im Gegenteil: Die Coprin AG hat beim Bezirksgericht einen Antrag auf Eröffnung des Konkursverfahren eingereicht.
90 Prozent weniger Umsatz
Der Ursprung der aktuellen Situation liegt im Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom Oktober 2016. Seither fehlt in der Schweiz eine klare gesetzliche Grundlage für die Observation von Personen, die mutmasslich Versicherungsmissbrauch betreiben. Die Folge: IV und die Unfallversicherer stellten ihre Observationen vorläufig ein. «Dies manifestierte sich in der betroffenen Abteilung der Coprin AG mit einem Umsatzeinbruch von bis zu 90 Prozent», schreibt Geschäftsführer Markus Mock in einer Stellungnahme.

