Politik

«Ich konnte sie nicht einfach ihrem Schicksal überlassen»

Zwei fremde Hähne sorgen für Unruhe auf dem Hüttenhof in Auslikon – sehr zum Ärger der Hofleiterin Katharina Stutz. Sie hat einen Verdacht, weshalb die Tiere unentdeckt «entsorgt» werden mussten.

«Ich konnte sie nicht einfach ihrem Schicksal überlassen»

Auf dem Hüttenhof in Auslikon herrscht voller Betrieb. Zicklein rennen ihrer Mutter nach, Hennen gackern um die Wette.  Hund Nino überwacht das bunte Treiben. Mittendrin: zwei fremde, den Hofbetreibern unbekannte Hähne.

Katharina Stutz, eine der Hofbetreiberinnen, ist nach wie vor fassungslos. «Als ich am Sonntagnachmittag vom Gemüsebeet zum Hof zurückkehrte, bemerkte ich zwei fremde Güggel in unserem Hühnergehege.» Es sei ihr sofort klar gewesen, dass die besagten Hähne nicht zur Herde des Hüttenhofs gehören. «Ich kenne jedes meiner Tiere. Ausserdem wirkten die beiden verwirrt – sie hatten selber keine Ahnung, wo sie sich gerade befinden.» 

Kein Abendmahl für den Fuchs

Woher die beiden noch jungen Hähne stammen, weiss Katharina Stutz nicht. Sie schliesst jedoch aus, dass es sich um ausgebüxte Tiere handelt. «Hähne bleiben ihrem Standort treu. Dort erhalten sie Futter und Wasser. Es gibt also keinen Grund, abzuhauen.» Sie vermutet, dass die Tiere in einer Nacht-und-Nebel-Aktion bei ihr auf dem Hof ausgesetzt wurden.

«Wir haben unsere Nachbarn kontaktiert, die ebenfalls Hühner besitzen, und gefragt, ob sie zwei Güggel vermissen. Leider war dem aber nicht so.» Also entschied sich Katharina Stutz, die beiden Hähne vorerst über Nacht in ein Häuschen einzusperren. «Hätte ich sie draussen gelassen, wären sie ziemlich sicher vom Fuchs gerissen worden. Ich konnte sie aber nicht einfach ihrem Schicksal überlassen.» 

Auf den Jö-Effekt folgt Verantwortungslosigkeit

Katharina Stutz vermutet, dass die  Hähne aus einem einfachen Grund so «entsorgt» wurden: «Vermutlich waren sie unerwünscht und sorgten für Probleme.» Es komme nämlich immer mal wieder vor, dass Familien oder Schulklassen Eier in einer Brutmaschine brüten lassen und den Prozess bis zum Schlüpfen mitverfolgen. 
Oft seien sich die Initianten einer solchen Aktion aber nicht bewusst, welche Verantwortung so ein Projekt mit sich bringt. «Nachdem der Jö-Effekt abgenommen hat, taucht die Frage auf, was mit den Küken passiert.»

Die Hennen finden meist schnell einen Platz, auf einem Hof oder im Garten eines Einfamilienhauses», weiss Katharina Stutz. Einen geeigneten Platz für einen Hahn zu finden, sei jedoch mit viel mehr Aufwand verbunden. «Das Krähen eines Güggels kann sehr laut sein und als störend empfunden werden. In einem Quartier ist die Haltung eines Hahns deshalb relativ schwierig.» 

Letzter Weg führt auf die Schlachtbank

Einen konkreten Verdacht, wer diese beiden Hähne ausgesetzt haben könnte, hat Katharina Stutz nicht. Behalten möchte sie die  Jungtiere aber nicht. «Das beste wäre, wenn sie einen Platz auf einem anderen Hof finden würden.» Sie selber hat bereits 30 Hähne und rund 250 Hühner. «Zwei fremde Güggel bringen grosse Unruhe in die Herde. Sie wollen den Hennen nahe kommen, was unseren Hähnen gar nicht passt.»

Im schlimmsten Fall würden die beiden Jungtiere wohl beim Metzger landen. Katharina Stutz ist verärgert über den Aufwand, den sie der Güggel wegen betreiben muss. «Es ist empörend, dass wir das Problem anderer Leute lösen müssen.» 

Kennen Sie die ausgesetzten Jungtiere? 

Die beiden Hähne wurden am Sonntag, 31. März, auf dem Hüttenhof in Auslikon gefunden. Sie sind gemäss Hofleiterin Katharina Stutz sehr zutraulich. Ihnen kommen diese Hähne bekannt vor? Die Hofleitung des Hüttenhofs ist froh um jeden Hinweis, was die Herkunft der Tiere betrifft. Auch Interessenten, die es in Betracht ziehen, einen Hahn bei sich aufzunehmen, können sich unter huettenhof@bluewin.ch melden. 

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