100’000 Flyer ihres neuen «Waldknigges» hat die Arbeitsgemeinschaft für den Wald (AfW) bereits in die ganze Schweiz verschickt. In Zusammenarbeit mit 20 schweizerischen Organisationen – unter anderem BirdLife Schweiz, Pro Natura Schweiz und die Swiss Rangers – entstanden zehn Tipps für einen respektvollen Umgang im Wald. «Immer mehr Menschen suchen den Wald auf», sagt Brigitte Wolf, Geschäftsleiterin der Zürcher AfW. «Dabei treffen ganz unterschiedliche Wertvorstellungen und Motivationen aufeinander.» Die Konflikte würden zunehmen – sowohl zwischen Waldbesuchern und dem Ökosystem, als auch zwischen den verschiedenen Besuchern und den Waldeigentümern. «Diese Konflikte wollen wir entschärfen», sagt Wolf.
«Wir wollen nicht mit dem Zeigefinger auf die Waldbesuchenden zeigen.»
Brigitte Wolf, Geschäftsleiterin AfW
Entstanden sind zehn einfache Regeln, die durch Cartoons des Berner Illustrators Max Spring gestaltet wurden. «Nach den ersten Entwürfen war für uns klar, dass er unsere Vorstellungen gut umsetzen kann. Wir wollten die Regeln mit einem Augenzwinkern auf den Punkt bringen.»
Positiv formulierte Tipps
In den ersten beiden Tipps geht es um allgemeine Bestimmungen wie das Fahrverbot im Wald. Der dritte Punkt weist die Waldbesuchenden darauf hin, auf den Wegen zu bleiben, damit Pflanzen und Tiere nicht unnötig gestört werden. Es folgen Hinweise zum Umgang mit Abfall, zur Forstarbeit, zu den Gefahren im Wald, zum Ausführen von Hunden und zum Sammeln. «Der letzte Punkt widmet sich einem Thema, das vielen Waldbesuchenden noch zu wenig bewusst ist», sagt Brigitte Wolf: Immer mehr Leute würden auch in der Dämmerung und nachts in den Wald gehen. «Doch besonders dann sind viele Tiere auf den Wald als ungestörten Lebensraum angewiesen.» Alle Verhaltenstipps seien positiv formuliert, denn man wolle nicht mit dem Zeigefinger auf die Waldbesuchenden zeigen, sondern «durchaus mit einem Augenzwinkern mit dem Waldknigge zu einem friedlichen Nebeneinander beitragen».

