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Der Knigge für den Wald – mit einem Augenzwinkern

Auf Initiative der Arbeitsgemeinschaft für den Wald haben 20 schweizerische Organisationen zehn Tipps für einen respektvollen Waldbesuch erarbeitet. Mit Cartoons von Max Spring werden die Besucher aufgefordert, ein paar einfache Hinweise zu beachten.

Cartoons von Max Spring illustrieren den Wald-Knigge. , 1. Wir sind als Gast willkommen. 2. Wir geniessen die Ruhe und Langsamkeit. , 3. Wir bleiben auf den Wegen. 4. Wir beschädigen und hinterlassen nichts. , 5. Wir fragen nach, bevor wir etwas installieren. 6. Wir achten auf die Forstarbeit. , 7. Wir sind uns der Gefahren in der Natur bewusst. 8. Wir halten Hunde unter Kontrolle. , 9. Wir sammeln und pflücken mit Mass. 10. Wir respektieren die Nachtruhe im Wald.

PD

Der Knigge für den Wald – mit einem Augenzwinkern

100’000 Flyer ihres neuen «Waldknigges» hat die Arbeitsgemeinschaft für den Wald (AfW) bereits in die ganze Schweiz verschickt. In Zusammenarbeit mit 20 schweizerischen Organisationen – unter anderem BirdLife Schweiz, Pro Natura Schweiz und die Swiss Rangers – entstanden zehn Tipps für einen respektvollen Umgang im Wald. «Immer mehr Menschen suchen den Wald auf», sagt Brigitte Wolf, Geschäftsleiterin der Zürcher AfW. «Dabei treffen ganz unterschiedliche Wertvorstellungen und Motivationen aufeinander.» Die Konflikte würden zunehmen – sowohl zwischen Waldbesuchern und dem Ökosystem, als auch zwischen den verschiedenen Besuchern und den Waldeigentümern. «Diese Konflikte wollen wir entschärfen», sagt Wolf.

«Wir wollen nicht mit dem Zeigefinger auf die Waldbesuchenden zeigen.»

Brigitte Wolf, Geschäftsleiterin AfW

Entstanden sind zehn einfache Regeln, die durch Cartoons des Berner Illustrators Max Spring gestaltet wurden. «Nach den ersten Entwürfen war für uns klar, dass er unsere Vorstellungen gut umsetzen kann. Wir wollten die Regeln mit einem Augenzwinkern auf den Punkt bringen.» 

Positiv formulierte Tipps

In den ersten beiden Tipps geht es um allgemeine Bestimmungen wie das Fahrverbot im Wald. Der dritte Punkt weist die Waldbesuchenden darauf hin, auf den Wegen zu bleiben, damit Pflanzen und Tiere nicht unnötig gestört werden. Es folgen Hinweise zum Umgang mit Abfall, zur Forstarbeit, zu den Gefahren im Wald, zum Ausführen von Hunden und zum Sammeln. «Der letzte Punkt widmet sich einem Thema, das vielen Waldbesuchenden noch zu wenig bewusst ist», sagt Brigitte Wolf: Immer mehr Leute würden auch in der Dämmerung und nachts in den Wald gehen. «Doch besonders dann sind viele Tiere auf den Wald als ungestörten Lebensraum angewiesen.» Alle Verhaltenstipps seien positiv formuliert, denn man wolle nicht mit dem Zeigefinger auf die Waldbesuchenden zeigen, sondern «durchaus mit einem Augenzwinkern mit dem Waldknigge zu einem friedlichen Nebeneinander beitragen». 

Die Flyerbestellungen, die bei der Geschäftsstelle täglich eintreffen, kommen sowohl von Privatpersonen als auch von Organisationen, die mehrere Hundert Flyer bestellen, oder Forstreviere, Waldeigentümer, Schulen, Waldkindergärten, Jagdgesellschaften und vielen mehr. «Eine Gemeinde hat sogar gleich 2000 Stück für all ihre Haushalte bestellt», sagt Brigitte Wolf erfreut. Das Echo habe alle Erwartungen übertroffen. 
Kritische Rückmeldungen zum Waldknigge gebe es zwar auch. «Aber dabei handelt es sich jeweils um Bemerkungen, dass eine Regel zu wenig streng sei oder dass wir etwas nicht erwähnt haben, etwa dass man Hundekot auflesen muss», so Wolf. 

Interesse reisst nicht ab

Der erste Workshop mit den  Trägerorganisationen, die an der Entstehung des Waldknigges mitgearbeitet hatten, fand im Mai 2017 statt. Danach erarbeitete der Vorstand der AfW einen Vorschlag, der bei den Organisationen in die Vernehmlassung geschickt wurde. «Im September 2018 gab es einen zweiten Workshop, in dem wir über Kommunikation und Verbreitung diskutiert haben», sagt Wolf. Die Organisationen hätten zudem stark beigetragen, den Waldknigge zu verbreiten. 

«Als das Projekt fertig war, wollten wir nicht länger warten.»

Brigitte Wolf, Geschäftsleiterin AfW

Dass die Lancierung des Knigges im letzten November nicht gerade in der Hochsaison des Waldbesuches erfolgte, sei dem Zufall geschuldet. «Im Frühling 2018 waren wir einfach noch nicht soweit. Als das Projekt dann fertig war, wollten wir nicht länger warten», sagt Brigitte Wolf. Die Befürchtung, dass das Interesse bis im Frühling schon wieder vorbei sein könnte, sei aber nicht berechtigt gewesen. «Zurzeit haben wir so viele Bestellungen wie nie zuvor.»

Die Arbeitsgemeinschaft für den Wald ist eine gesamtschweizerische Organisation mit 28 Mitgliedsorganisationen. Sie versteht sich in erster Linie als politisch neutrales Forum zur Diskussion der verschiedenen ökologischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Anliegen im Schweizer Wald. Weitere Informationen und den Flyer zum Download sind unter www.waldknigge.ch zu finden.

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