Auf das Schwarzmalen folgen die schwarzen Zahlen
Grundstückgewinnsteuern. Dieser Begriff sorgte in der Pfäffiker Budgetdebatte in den vergangenen Jahren für rauchende Köpfe. Im Dezember 2016 stimmte die Gemeindeversammlung dem Antrag der FDP zu, die Grundstückgewinnsteuern im Budget 2017 um 900’000 Franken höher zu veranschlagen. Ein halbes Jahr später sollte sich bereits abzeichnen, dass dieser Posten nicht eingehalten werden konnte. Vor einem Jahr dann die Nachricht: Die Gemeinde musste für das Jahr 2017 ein Aufwandüberschuss von 3,1 Millionen Franken verzeichnen. «Der Steuerertrag liegt um rund 1,6 Millionen Franken tiefer als budgetiert, was vor allem mit ausbleibenden Grundstückgewinnsteuern von über einer Million Franken zusammenhängt», sagte damals die amtierende Finanzvorsteherin Erika Walt (parteilos).
Sorgen im August
Und auch im letzten Sommer sah die finanzpolitische Zukunft trotz einer Steuererhöhung um fünf Prozentpunkte auf 110 Prozent im Dezember 2017 nicht rosiger aus. Gemäss einer Hochrechnung musste man statt mit einem Minus von 244’450 Franken mit einem Defizit von 1,4 Millionen rechnen. Hauptgrund dafür seien die höheren Kosten bei der Bildung, dem Sozialbereich und der Pflegefinanzierung.
Die Pfäffiker Jahresrechnung ist tiefrot
28.03.2018

Schlechtestes Ergebnis seit Jahren
Die Jahresrechnung ist für den Pfäffiker Gemeinderat unerfreulich: Das Minus fällt mit 3,1 Millio Beitrag in Merkliste speichern Hier kommen die Grundstückgewinnsteuern wieder ins Spiel. Diese fallen in der Jahresrechnung 2018 nämlich um 1,36 Millionen Franken höher aus als budgetiert und lassen die Sorgen vom letzten Sommer schnell vergessen. «Die Jahresrechnung weist einen Ertragsüberschuss von 1,055 Millionen Franken aus», schreibt der Gemeinderat in seiner Mitteilung. Dem Aufwand von 67,2 Millionen Franken stehen Erträge von 68,3 Millionen Franken gegenüber. «Dank höheren Steuereinnahmen fiel das Ergebnis gegenüber dem Budget um rund 1,3 Millionen Franken besser aus als geplant.» Auch die Gemeindesteuern fielen schliesslich um 640’000 Franken höher aus.
Ausgabenstopp mit Wirkung
«Die Hochrechnung wurde ohne Glaskugel erstellt», sagt Daniela Jung, Leiterin Finanzen bei der Gemeinde Pfäffikon. «Doch wenn man die höheren Steuereinnahmen – die immer schwer zu berechnen sind – dazunimmt, ist der grosse Unterschied relativ schnell erklärt.» Und auch der angeordnete Ausgabenstopp im August des letzten Jahres zeigte Wirkung. So schnitten die Bereiche Liegenschaften, Sicherheit, Freizeit und Sport, Verkehr, Behörden und Organisation alle um je 0,2 bis 0,35 Millionen besser ab als budgetiert.
Bei der Bildung ergaben sich statt dem im Sommer erwarteten Mehraufwand schliesslich Minderkosten von 0,14 Millionen Franken. «Den Mehrkosten bei der Sonderschulung und der Sekundarschule mit der Bildung einer zusätzlichen Klasse stehen Minderkosten der Primarschule gegenüber», sagt Jung. Bei der Primarschule führten viele Rückstellungen vor dem Kindergarteneintritt zu Verzögerung von neuen Kindergartenklassen.
Der Bereich Soziales schnitt wie im Sommer befürchtet um 1,1 Millionen Franken schlechter ab als budgetiert, dies infolge von Mehrausgaben in den Bereichen wirtschaftliche Hilfe und Zusatzleistungen. Mehrkosten in der Höhe von rund einer halben Million Franken mussten auch beim Bereich Gesundheit hingenommen werden.
Pfäffikon rechnet schon wieder mit roten Zahlen
02.10.2018

Budget 2019
Der Pfäffiker Gemeinderat budgetiert für das nächste Jahr zwar kein riesiges Minus. href=”/flag/flag/np8_favorites/2687005?destination=batch&token=qopYCz_OX1n3WUX5qxpmuVoCo9yY3olTfwFMa_TDg1g” title=”” class=”no-tts use-ajax flag flag-np8_favorites flag-np8_favorites-2687005 action-flag”>Beitrag in Merkliste speichern Die Nettoinvestitionen beliefen sich auf 9,14 Millionen Franken und erreichen damit 99,4 Prozent des veranschlagten Gesamtbetrages. Die grössten Investitionen betreffen die Sanierung Klassentrakt Schulhaus Steinacker mit 4,3 Millionen sowie die Sanierung Schulhaus Pfaffberg mit 1,9 Millionen Franken und die Sanierung Kindergarten Mettlen mit 0,9 Millionen Franken. Die Selbstfinanzierung beträgt 5,17 Millionen und deckt die Nettoinvestitionen von 9,14 Millionen Franken nicht ab. Der Selbstfinanzierungsgrad beträgt somit nur rund 54 Prozent.
Zwei von drei Zielen erreicht
Mit dem Jahresabschluss wurden somit nur noch zwei der drei finanzpolitischen Ziele erreicht: Der Steuerfuss liegt mit 110 Prozent mehr als 5 Prozent über dem Kantonsmittel, dieses Ziel wurde verfehlt. Das Nettovermögen wird zur einer Nettoschuld von minus 2,3 Millionen Franken und liegt noch in der Zielbandbreite. Das Mindestziel von 4 Millionen Franken für die Selbstfinanzierung konnte erreicht werden. Das Eigenkapital der Gemeinde beträgt per Ende 2018 rund 86 Millionen Franken – «nach Aufwertung durch das Rechnungsmodell HRM2», betont Daniela Jung.
