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«Dörfs es bitzeli weniger sii?»

An der Pfäffiker Gemeindeversammlung vom Montagabend sagte der Souverän zwei Mal einstimmig Ja: Sowohl zum Projektierungskredit für den Neubau des Garderobengebäudes auf dem Sportplatz Barzloo als auch zur Bauabrechnung über die Realisierung des temporären Schulraums Sandgrueb.

Der FC Pfäffikon ist seinem neuen Garderobengebäude einen Schritt näher.

Visualisierung: PD

«Dörfs es bitzeli weniger sii?»

Plötzlich stieg der Beamer im Pfäffiker Chesselhuus aus und als er wieder lief, war die Präsentation an der Wand etwas kleiner. « Wenn das auch auf die Zahlen zutrifft, ist ja alles bestens » , sagte Hans-Jürg Schneider (FDP), Präsident der Rechnungsprüfungskommission (RPK), an der Gemeindeversammlung vom Montag.

Denn die RPK hält das Vorhaben des Gemeinderates, das heutige, marode Garderobengebäude des FC Pfäffikon auf dem Sportplatz Barzloo für 3,72 Millionen Franken durch einen Neubau zu ersetzen, für zu teuer. Eine Sanierung des bestehenden Garderobengebäudes mache keinen Sinn, führte zuvor Gesundheitsvorsteherin Rajka Frei (SVP) aus. Dies komme einerseits etwa gleich teuer wie ein Neubau, andererseits sei der Baugrund ungenügend gefestigt, was bereits beim heutigen Gebäude zu Rissen im Mauerwerk geführt hatte.

«D ie Gemeinde muss sparen. »
Hans-Jürg Schneider, RPK-Präsident

Dass es ein neues Garderobengebäude braucht, bestritt denn auch niemand. « Aber die Gemeinde muss sparen » , betonte RPK-Präsident Schneider. Zudem müsste auch der noch nicht abgeschriebene Betrag auf dem alten Gebäude von rund 300’000 Franken zu den Gesamtkosten gerechnet werden, die damit auf rund 4 Millionen Franken ansteigen.

Mehr Beiträge vom FC und der Gemeinde Hittnau

Einerseits könne beim Projekt gespart werden, so die RPK, andererseits sollte der Fussballclub mehr als nur 250’000 Franken an die Baukosten beisteuern und die Gemeinde Hittnau soll zehn Prozent der Gesamtkosten übernehmen, da zehn Prozent der aktiven Mitglieder des FC Pfäffikon aus Hittnau kommen. « Durch diese Massnahmen könnte das Projekt mit einem Baukredit in der Höhe von 2,7 Millionen Franken realisiert werden » , so Hans-Jörg Schneider.

Bereits im Vorfeld der Gemeindeversammlung vom Montag haben sich SVP, FDP, SP und EVP der Meinung der Rechnungsprüfungskommission angeschlossen. Alt Regierungsrat Christian Huber ergriff am Montag das Wort für die SVP: « Finanztechnisch kann sich die Gemeinde dieses Projekt nicht leisten. Aber der FC leistet eine enorme Integrationsarbeit, die höher zu gewichten ist als der finanzielle Aspekt. »  

« Man muss auf Fachleute setzen, sonst kommt es noch teurer. »
Ursula Longatti, EVP-Präsidentin  

Als nächstes trat Christian Lipp, Co-Präsident der Pfäffiker SP hinter das Mikrofon. « Es kommt selten vor, dass die SP die Empfehlung der RPK und der SVP unterstützt » , sagte er scherzhaft. Doch auch die SP schliesse sich der Meinung an, dass das Projekt in seiner heutigen Form zu teuer ist: « Dörfs es bitzeli weniger sii? »  In Russikon arbeite man derzeit ebenfalls an einem neuen Gebäude für den FC. „Dort hatte man die innovative Idee, mit der Gewerbeschule zusammen zu arbeiten, wo die Lernenden Pläne für das Gebäude entworfen haben. So kann man viel Geld sparen.“

Sparen am falschen Ende?

Ursula Longatti, Präsidentin der lokalen EVP drückte ihre Sorge aus, dass der Gemeinderat den Aufruf zum Sparen falsch interpretieren könnte. « Wenn die Reduktion der Baukosten in der Eigenleistung durch Laien gipfelt, dann spart man am falschen Ende. »  Genau diesen Fehler habe man beim Bau des heutigen Gebäudes gemacht. « Man muss auf Fachleute setzen, sonst kommt es am Schluss noch teurer. »  Worüber sich alle einig waren: Der Gemeinderat täte gut daran, im Hinblick auf ein erfreuliches Ergebnis an der Urnenabstimmung über den Baukredit, diesen nach unten auf 2,7 Millionen Franken zu korrigieren.

Es folgte eine kurze Debatte um das Honorar des Architekten, das laut einem Votant im Submissionsverfahren ausgeschrieben werden müsse, da es zusammen mit dem Baukredit die Schwelle von 150‘000 Franken übersteigen werde. Während sich der Votant, der dazu bereits Abklärungen beim Bezirksrat eingeholt habe, und Gemeindeverantwortliche nicht einig zu werden schienen, betonte Gemeindepräsident Marco Hirzel (SVP), dass man nur über den Projektierungskredit und nicht das Vorgehen abstimme. Schliesslich sagten die 136 anwesenden Stimmbürger einstimmig Ja zum Projektierungskredit in der Höhe von 180’000 Franken.

Erfreuliche Minderkosten

Für noch weniger – beziehungsweise gar keine Diskussion – sorgte das zweite Traktandum: die Genehmigung der Bauabrechnung über die Realisierung des temporären Schulraums Sandgrueb. An der Urnenabstimmung vom September 2016 hat der Souverän einen Kredit von 4,51 Millionen Franken für die Errichtung des Temporären Schulraums an der Alpenstrasse genehmigt. Das Projekt konnte mit Minderkosten von rund 430’000 Franken abgeschlossen werden und wurde an der Gemeindeversammlung entsprechend ohne Gegenstimme abgesegnet.

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