Urs Dietschi (Grüne) und Andreas Hasler (GLP) können aufatmen: Sie kehren nach vier Jahren Pause wieder in den Kantonsrat zurück. «Die Umwelt kam uns leider entgegen», so Dietschi. Er ist sich sicher, dass die aktuelle Klimadebatte nicht wieder einschlafen wird. Denn die Probleme in der Klimapolitik löse man nicht innert weniger Jahre. «Die Bevölkerung muss länger dranbleiben und sich nicht nur just nach Katastrophen für einen Wandel einsetzen.» Die Klimaschüler, die derzeit regelmässig auf die Strasse gehen, seien sich diesem Umstand bewusst. «Und viele davon sind noch gar nicht in einem Alter, in dem sie abstimmen dürfen. Wenn sie sich weiter einsetzen, haben wir schon neue Wähler für die Zukunft.»
«Ich musste vier Jahre warten, aber jetzt lege ich richtig los.»
Andreas Hasler, GLP
Auch GLP-Spitzenkandidat Andreas Hasler bezeichnet sich als «ordentlich zufrieden». «Die Prognosen waren gut und nun haben wir sie mit einem Plus von 4,35 Prozentpunkten sogar deutlich übertroffen.» Nachdem er von 2011 bis 2015 im Kantonsrat wirken konnte, wurde er wie Urs Dietschi vor vier Jahren abgewählt. Seiner Rückkehr sieht er freudig entgegen: «Dieses Mal bin ich noch besser vorbereitet. Die erste Legislatur gilt oft als ein Aufwärmen – ich musste vier Jahre warten, aber jetzt lege ich richtig los.» Und auch Hasler hat keine Bedenken, dass Umweltthemen bald wieder im politischen Alltag untergehen werden. «Wir haben bisher auf die Kosten der kommenden Generationen gelebt. Jetzt müssen wir politisch vieles neu aufgleisen.»
Paul von Euw (Präsident SVP Bezirk Pfäffikon) nimmt Stellung:
Grosse Verluste muss die SVP verzeichnen, trotzdem bleibt sie die wählerstärkste Partei im Bezirk Pfäffikon. Auf den ersten beiden Plätzen konnten sich der bisherige Kantonsrat René Truninger aus Illnau Effretikon und Bezirksparteipräsident Paul von Euw aus Bauma beweisen. Seine Stimmungslage bezeichnet der Baumer Hochbauvorstand als ambivalent – einerseits freue er sich über seine persönliche Wahl in den Kantonsrat, andererseits rege der Verlust von knapp über 5 Prozentpunkten Wähleranteil im Bezirk zum Denken an. In der Gemeinde Wila hat die SVP gar einen Rückgang von über 10 Prozent Stimmenanteil zu verkraften.

