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IG Tösstallinie will ganztägige S11 bis Wila - der ZVV hält sich bedeckt

Die IG Tösstallinie will, dass die S11 ab Dezember 2019 auch tagsüber bis nach Wila verkehrt - und nicht wie heute nur zu Stosszeiten. Das sei ursprünglich so versprochen worden.

Geht es nach der IG Tösstallinie, soll die S11 ab kommendem Dezember auch tagsüber bis nach Wila fahren.

Massimo Diana

IG Tösstallinie will ganztägige S11 bis Wila - der ZVV hält sich bedeckt

Seit Dezember 2018 verkehrt die S11 zu Stosszeiten zwischen Wila und Zürich, mit Halten in Turbenthal, Rikon und Kollbrunn. Vorausgegangen ist der Einführung dieser Direktlinie aber auch ein Misston. Bis etwa Ende 2016 ging man davon aus, dass die S11 ganztags stündlich bis nach Wila fährt. Bis dahin war das in diversen Plänen so eingezeichnet. In der Netzgrafik vom Dezember 2016 war die Verbindung zwischen Winterthur-Seen und Wila dann nur noch als Stundentakt zu den Hauptverkehrszeiten skizziert.

In Sennhof steht S11 ungenutzt herum

Geht es nach dem Zürcher Verkehrsverbund (ZVV), soll die S11 auch in den nächsten zwei Jahren nur in den Stosszeiten bis nach Wila fahren. Dies geht aus den Fahrplänen für die Jahre 2020/2021 hervor, die seit Kurzem öffentlich aufliegen und die für die S11 im Tösstal keine Veränderungen vorsehen. Noch bis am 29. März kann man zu den Fahrplänen bei der Wohngemeinde Änderungsbegehren einreichen (wir berichteten). Im Rahmen dieses Verfahrens fordert die Interessengemeinschaft (IG) Tösstallinie, dass die S11 neu auch tagsüber bis nach Wila weiterfährt.

«Wenn nicht in diesem Fahrplan, vielleicht eben später.»
Ralf Wiedenmann, Präsident IG Tösstallinie

Mit dem momentanen Fahrplan stehe die S11 ausserhalb der Stosszeiten nämlich jeweils 47 Minuten am Bahnhof Sennhof-Kyburg «ungenutzt herum», wie die IG in einer Mitteilung schreibt. «Mit einer ganztägigen S11 hätten Fahrgäste aus dem Tösstal eine stündliche umsteigfreie Verbindung nach Zürich mit Anschluss in Winterthur an die S8 nach Effretikon, Dietikon, Wallisellen und Oerlikon», heisst es seitens IG weiter.

Kein zusätzliches Fahrzeug nötig

Ralf Wiedenmann, Präsident der IG Tösstallinie, erklärt, dass für die Verlängerung der S11 von Sennhof-Kyburg nach Wila kein zusätzliches Fahrzeug benötigt werde. Ausserdem sei dem Tösstal bis im Herbst 2016 in den Prospekten zu den 4. Teilergänzungen der S-Bahn Zürich ein ganztätiges, stündliches Angebot bis Wila versprochen worden.

Seitens ZVV hält man sich bezüglich der Forderung der IG Tösstallinie bedeckt: «Der Zürcher Verkehrsverbund kommentiert keine Begehren, während das Fahrplanverfahren am Laufen ist», sagt Mediensprecher Stefan Kaufmann. Die eintreffenden Begehren werde der ZVV «selbstverständlich genau anschauen und nach den üblichen Kriterien prüfen». Diese Kriterien sind: Die Fahrgastzahlen, die Wirtschaftlichkeit und das Kosten-Nutzen-Verhältnis.

«Der Zürcher Verkehrsverbund kommentiert keine Begehren, während das Fahrplanverfahren am Laufen ist.»
Stefan Kaufmann, Mediensprecher ZVV

Ob das Begehren der IG Chancen hat, muss demnach offen bleiben. Im 2017 stellten die Turbenthaler Kantonsrätin Theres Agosti Monn (SP) und Kantonsrat Markus Schaaf (EVP) aus Rämismühle eine Anfrage an den Zürcher Regierungsrat zu diesem Thema. Damals antwortete die Regierung jedenfalls, dass sich aufgrund des geringen Nachfragepotenzials der S26 ausserhalb der Stosszeiten eine zusätzliche Erschliessung durch die S11 nicht rechtfertige. Die S11 ergänze das Angebot und entlaste zu den Hauptverkehrszeiten die S26, welche die Grundversorgung darstelle.

IG will Halt in Rämismühle

Ralf Wiedenmann sieht die Umsetzungschancen einer ganztägigen S11 durchaus als realistisch an, insbesondere da die Alternative das nutzlose Herumstehen im Bahnhof Sennhof-Kyburg sei. «Wenn nicht in diesem Fahrplan, vielleicht eben später», sagt er und fügt an: «Steter Tropfen höhlt den Stein.»

«Steter Tropfen höhlt den Stein.»
Ralf Wiedenmann, Präsident IG Tösstallinie

Zur besseren Auslastung der S11 würde gleich die zweite Forderung der IG Tösstallinie beitragen. So soll die S11 neu auch in Rämismühle-Zell halten. Derzeit seien die Züge der S26 in den Hauptverkehrszeiten sehr stark ausgelastet, zum Teil gar überfüllt, schreibt die IG in ihrer Mitteilung, während in der S11 noch genügend Sitzplätze verfügbar seien. «Würden die Züge der S11 auch in Rämismühle-Zell halten, wären die Züge gleichmässiger ausgelastet.»
 

S26 statt Buslinie 854
Eine weitere Forderung der IG Tösstallinie betrifft die Buslinie 854, welche ab etwa 20.30 Uhr zwischen Wald und Bauma verkehrt. Statt dieser soll gemäss IG stündlich eine S26 verkehren. Werde die Strecke Rüti-Bauma auch in der Spätverkehrszeit durch die S26 statt der Buslinie 854 bedient, könne sich der Kanton den Ausbau der Bushaltestelle Fistel in Fischenthal sparen, begründet die IG diese Forderung in ihrer Mitteilung. «Dieses Projekt kostet immerhin 610’000 Franken.» Ob dieser Ausbau aber noch gestoppt werden kann, muss offen bleiben. Hierfür hat der Kanton nämlich bereits ein Baugesuch aufgelegt (wir berichteten). Läuft alles nach Plan, könnte bereits im Sommer 2019 gebaut werden. Ausserdem müssten laut IG auch die restlichen zehn Bushaltestellen der Linie 854 behindertengerecht ausgebaut werden, was zu hohen Kosten führe, «wobei die Haltestellen nur von fünf Fahrten pro Tag und Richtung genutzt werden». (hug)

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