«Der Spardruck auf die Gemeinden ist gross, wir mussten mit allem rechnen.» Hansruedi Kocher, Präsident der Gemeinnützigen Gesellschaft des Bezirkes Pfäffikon (GGBP), ist jedoch mit den Rückmeldungen aus den Bezirksgemeinden sehr zufrieden: Die meisten – und vor allem grossen – Gemeinden wollen den Aufbau und Betrieb einer neuen «Benevol»-Fachstelle unterstützen (siehe Box).
Im Dezember unterbreitete die GGBP den Gemeinderäten die Beitragsgesuche samt Konzept und Finanzierungsplan. «Von Illnau-Effretikon, Pfäffikon, Hittnau, Russikon, Bauma und Fehraltorf wurden uns bereits Beträge zugesichert», sagt Kocher. In der dreijährigen Pilotphase werden die Gemeinden 50 Rappen pro Einwohner und Jahr beisteuern. Die Antwort der restlichen Bezirksgemeinden stehe noch aus – einzig Wila habe sich bisher gegen die Teilnahme am Projekt entschieden. « Der Gemeinderat Wila hat mitgeteilt, dass er die Auffassung vertrete, die Freiwilligenarbeit soll auf freiwilliger Basis koordiniert werden », sagt Kocher.
Die Gemeinnützige Gesellschaft des Bezirks Pfäffikon (GGBP) ist eine sozial und karitativ tätige Organisation. Sie setzt sich seit ihrer Gründung im Jahr 1836 in verschiedener Weise für das Wohl der Bevölkerung des Bezirkes Pfäffikon ein. In ihrem Leitbild 2016 und in den neuen Statuten 2017 hat sich die GGBP die Förderung der Freiwilligenarbeit zur neuen Hauptaufgabe gemacht. Dies nicht zuletzt, weil die Zahl der Freiwilligen aufgrund des gesellschaftlichen Wandels immer weiter abnimmt. Um das freiwillige Engagement nachhaltig und zeitgemäss zu fördern, will die GGBP eine unabhängige Fachstelle für Freiwilligenarbeit nach dem Vorbild der in fast allen deutschschweizer Kantonen bestehenden Benevol-Fachstellen aufbauen und betreiben. Diese Fachstelle soll neutral und breit abgestützt sein und Freiwilligenarbeit in allen Bereichen – Sport, Kultur, Soziales, Kirche, Umwelt und Nachbarschaftshilfe – unterstützen. Die Fachstelle würde Vereine und Organisationen untereinander koordinieren und vernetzen – unter anderem über die Website www.benevol-jobs.ch. Nach der Pilotphase soll 2022 über die definitive Weiterführung der Fachstelle entschieden werden.
Die Betriebskosten der Benevol-Fachstelle werden im Finanzierungskonzept mit rund 90’000 Franken pro Jahr budgetiert. Ein grosser Teil davon sind Personalkosten, beziehungsweise Löhne für eine Fachperson, die in einem Pensum von mindestens 50 Stellenprozenten in der Fachstelle arbeiten soll.
Die Finanzierung würde nicht nur über die Gemeinden laufen, sondern aus einem Mix bestehen. Die GGBP setzt sich mit Beiträgen aus ihrem eigenen Vermögen für den Aufbau der Fachstelle ein. «Zudem soll es zukünftig in der GGBP eine separate Mitgliederkategorie für Vereine und Organisationen geben, welche Leistungen von der Fachstelle in Anspruch nehmen», sagt Kocher.

