Daniel Wüthrich schiebt den Regler nach unten. Er drückt auf den quadratischen Knopf daneben. Ein grünes Lämpchen blinkt auf. Er beugt sich vor, zieht das Mikrophon zu sich heran und beginnt zu sprechen: «Heute ist Valentinstag. Wir auf Radio 1 spielen Amor und übermitteln eure romantischsten Liebesgrüsse», sagt er und setzt ein breites Lächeln auf. Knopfdruck. «Endless Love» von Diana Ross und Lionel Richie ertönt aus den Lautsprechern. Definitiv nicht der letzte Love Song an diesem Tag.
Es ist 8 Uhr, als der Morgenshow-Moderator unweit des Kunst- und des Schauspielhauses in Zürich den Liebesengel mimt. Der selbsternannte Amor hat gute Laune, ja wirkt fast schon euphorisch. Was für Morgenmuffel eine Absurdität darstellt, ist für Wüthrich Normalität. Wenn er moderiert, klingelt der Wecker um 3 Uhr. Danach macht er sich von seiner Wohnung in Illnau-Effretikon auf ins Studio des Privatsenders.
Respekt vor Apparaturen
«Das Frühaufstehen macht mir nichts aus», sagt Wüthrich. Den einen oder andere Kaffee brauche es aber schon, um wach zu bleiben. Die «Durchhalteübung» konzentriere sich allerdings mehrheitlich auf die Shows am Donnerstag und Freitag. Jene am Samstag beginnt erst um 8 Uhr und von Montag bis Mittwoch ist Moderationskollege Marc Jäggi am Mikrophon.
«Peter, was macht das Wetter?», fragt Wüthrich und streicht sich über den Dreitagebart. Wettermann Peter Wick lässt die Prognose durchsickern. Alle paar Minuten prasseln Valentinsgrüsse herein. Er setzt ein Grinsen auf und blickt auf die sechs Monitore vor ihm. «Radiomachen ist ein bisschen wie Autofahren. Am Anfang hat man Respekt vor den vielen Apparaturen, irgendwann geht alles automatisch.» Er schiebt den Regler wieder nach unten. Dazwischen schickt er eine Sprachnachricht an seine Frau.

