Politik

«Die Jugendlichen sollen mich nicht als Kollege sehen»

Bryan Albrecht ist der neue Jugendarbeiter in Fehraltorf. Die grösste Herausforderung sieht der 21-Jährige in seinem jungen Alter. Es sei nicht ganz einfach, die richtige Distanz zu den jungen Erwachsenen zu wahren.

«Die Jugendlichen sollen mich nicht als Kollege sehen»

«Arbeitet man mit Jugendlichen, ist kein Tag wie der andere. Das macht die Arbeit so spannend», schwärmt Bryan Albrecht. Einer von vielen Gründen, weshalb er Anfang Jahr die Stelle als Jugendarbeiter übernommen hat. Der 21-Jährige arbeitet schon seit acht Jahren mit Jugendlichen zusammen, im Rahmen der wöchentlich stattfindenden Veranstaltung Sports Night (früher Midnight Sports). «Ich begann dort als Juniorcoach. Mittlerweile bin ich Abend- und Projektleiter.» 

«Anfangs musste ich klare Grenzen ziehen.»

Bryan Albrecht, neuer Jugendarbeiter in Fehraltorf

Seine Stelle als Jugendarbeiter bringt jedoch neue Herausforderungen mit sich. «Mit 21 Jahren bin ich sehr nah an den Jugendlichen.» Die richtige Distanz zu wahren, trotzdem aber einen Bezug zu schaffen, sei nicht immer einfach. «Die Jugendlichen dürfen sich an mich wenden, egal mit welchem Belangen. Trotzdem sollen sie mich nicht als Kollegen sehen», so Albrecht. Bis jetzt habe das aber gut funktioniert. «Anfangs musste ich klare Grenzen ziehen. Mittlerweile ist den meisten aber klar, welche Position ich innehabe und was meine Aufgaben sind.» 

Überforderung im Internet
Akute Probleme mit Jugendlichen gebe es in Fehraltorf zwar nicht. Jedoch komme es immer mal wieder vor, dass die jungen Erwachsenen im Jugendtreff ihren Abfall herumliegen lassen oder draussen zu laut seien. «In solchen Situationen gehen wir pro aktiv auf die Betroffenen zu und suchen das Gespräch», erzählt Bryan Albrecht.

Es sei ihm wichtig, mit den Jugendlichen auf einer persönlichen Ebene sprechen zu können statt einfach strikt Regeln aufzuerlegen. «Ist es nötig, kann ich natürlich auch durchgreifen und streng sein. Das war bis jetzt aber zum Glück eher selten notwendig.» Er mache vor allem die Erfahrung, dass es Jugendliche schätzen, eine Person zu haben, mit der sie über Gott und die Welt reden können. «Das können Probleme sein, die die jungen Erwachsenen beschäftigen, aber auch alltägliche Themen. Das ist das Schöne an meiner Arbeit: Ich bin eine Anlaufstelle für alle und alles.» 

Reger Austausch mit der Gemeinde
Eine Anlaufstelle die es in Zeiten von Online-Beratungsstellen und Jugendtelefonhilfe überhaupt noch braucht? «Ja, ganz klar», sagt Bryan Albrecht. Es sei zwar richtig, dass man sich heutzutage über fast jedes Thema oder Problem auch im Internet informieren könne. «Jedoch kann diese Masse an Informationen auch zu einer Überforderung führen», gibt der Jugendarbeiter zu bedenken. Die Betroffenen könnten an so viele Tipps, Informationen und Beratungsstellen gelangen, dass sie vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen. «Wir hingegen stehen ihnen tatkräftig zur Seite und können helfen, Geschehenes einzuordnen und zu verarbeiten.»

«Die Masse an Informationen kann zur Überforderung führen.»

Bryan Albrecht über das Informieren im Internet

Bryan Albrecht hat die Stelle des Jugendarbeiters nun seit sechs Wochen inne. Eingelebt habe er sich mittlerweile gut. «Bei Fragen kann ich mich jederzeit an meine Teamkollegen wenden.» Auch die Zusammenarbeit mit der Gemeinde funktioniere hervorragend. Er tausche sich regelmässig mit dem Gemeindeschreiber Marcel Wehrli über das Geschehen im Dorf aus. «Diese Zusammenarbeit schätze ich sehr.» 

Der neue Jugendarbeiter hat diverse Vorstellungen, was sich in naher Zukunft in der Jugendarbeit von Fehraltorf ändern soll. Es seien laufend Entwicklungen im Gange. Einen genaueren Einblick könne er jedoch nicht geben. «Sobald konkrete Pläne und Ziele vorhanden sind, werden wir die Jugendlichen  und weitere Involvierte darüber informieren.» 

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