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Lebensraum für Fledermäuse statt Parkplätze

Die Bauarbeiten am neuen Naturzentrum Pfäffikon sind in vollem Gang, in zwei Monaten soll es eröffnet werden. Bis dahin haben Handwerker und Zentrumsleitung noch einiges zu tun.

Antonia Zurbuchen und Ernst Ott freuen sich auf die Eröffnung des Naturzentrums im April. , Noch gibt es viel zu tun für die Handwerker - auf dem Dach soll eine Solaranlage installiert werden., Im Hauptraum des Naturzentrums soll eine interaktive Ausstellung entstehen. , Neben dem Naturzentrum wird ein verlandeter Teich neu ausgehoben.

Nathalie Guinand

Lebensraum für Fledermäuse statt Parkplätze

Es riecht nach frischem Holz, das Getöse von Baumaschinen erfüllt den hohen Raum, im Freien hebt ein Bagger einen Teich aus – mit jedem Tag nimmt das Naturzentrum Pfäffikon klarere Formen an. Seitdem im Oktober der Rohbau innerhalb von drei Tagen aufgestellt wurde, arbeiten die Handwerker nun am Innenausbau und den vielen Details, die im und am Naturzentrum versteckt sind. «Dazu gehören Nistkästen für Mauersegler und Zuschlupfe für Fledermäuse direkt über der Eingangstüre», sagt Antonia Zurbuchen. Sie ist seit dem 1. Oktober als Zentrumsleiterin angestellt. «Wir wollen hier auch zeigen, wie man ohne pompöse Bauarbeiten Lebensraum für Tiere schaffen kann.» 

Kosten noch nicht ganz gedeckt

Ihr Büro ist momentan noch im Werkhof Irgenhausen untergebracht, bis sie ins Naturzentrum ziehen kann. «Seit  Anfang Februar ist unser Team komplett, nun sind wir daran, die Geschäftsstelle aufzubauen und die Ausstellungsinhalte sowie die verschiedenen Angebote auszuarbeiten», sagt Zurbuchen. Sie leitet das Zentrum gemeinsam mit Stephie Burkart, dazu kommen drei Praktikantinnen. 

«Die groben Arbeiten sind mittlerweile erledigt und wir liegen sowohl kostentechnisch als auch zeitlich im Plan», sagt Ernst Ott, Präsident des Vereins Naturzentrum. Dank eines erfolgreichen Crowdfundings und Zuwendungen von Stiftungen, dem Lotteriefonds, politischen Gemeinden oder Privaten konnte ein grosser Teil der Kosten für den Neubau des Naturzentrums in der Höhe von rund 2,8 Millionen Franken gedeckt werden (wir berichteten). «Wir hoffen, auch den letzten offenen Betrag von rund 300’000 Franken durch Spenden decken zu können.» Obwohl er vom grossen Interesse am Naturzentrum und den vielen Spenden aus der ganzen Schweiz begeistert ist, schwingt etwas Ernüchterung in seiner Stimme mit. «Vom lokalen Gewerbe kam enttäuschend wenig Echo zurück.» 

Ernst Ott hofft darum, dass der kleine Strom an Spenden, die «derzeit immer noch reinbrösmelen», weiter anhält. Er habe den Eindruck, dass es momentan in Sachen Klima- und Naturschutz vor allem darum gehe, viel Schädliches zu verhindern. «Hier im Naturzentrum wollen wir von diesem Image wegkommen und zeigen, wie man sich aktiv für die Natur einsetzen kann.» Man wolle in erster Linie den Spaziergängern, die sich im Naherholungsgebiet bewegen, eine Informationsplattform bieten, die aktuelle und saisonale Themen behandelt. «Wir wollen nicht neue Besucherströme generieren. Neue Parkplätze für Autos wird es darum nicht geben», sagt Antonia Zurbuchen.

Helfer nach wie vor gesucht 

Wird der Zeitplan weiter eingehalten, ziehen sie und ihre Kolleginnen Ende März in die Büroräume im hinteren Teil des Naturzenturms. «Dann sollte auch die Ausstellung im Hauptraum des Gebäudes fertig sein, sodass wir uns fertig einspielen und mit der ganzen Technik vertraut machen können», sagt Zurbuchen. Gesucht werden weiterhin Freiwillige, die sich im Naturzentrum einsetzen wollen. Dabei gebe es keine genaue Anzahl Helfer, die angestrebt werde. «Es kommt immer darauf an, wer wie viel Zeit mitbringt», sagt die Zentrumsleiterin. «Das Ziel ist eine Kerngruppe, die sich regelmässig in verschiedenen Bereichen einsetzt und dazu eine Gruppe an Leuten, die bei Bedarf angefragt werden kann.» 

Die Begeisterung ist ihr ins Gesicht geschrieben. Bisher sei alles reibungslos abgelaufen. Dass nach den grossen Bauarbeiten nun mehr und mehr am Inhalt gefeilt werden kann, freut Antonia Zurbuchen. «Nun erhält das Naturzentrum langsam seine Seele.»

Ein erster Informationsabend für die Freiwilligenarbeit findet am Mittwoch, 13. Februar, um 19.30 Uhr im Werkhof Irgenhausen statt. Ein weiterer soll folgen. Weitere Informationen über info@naturzentrum-pfaeffikersee.ch oder www.naturzentrum-pfaeffikersee.ch

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