Habib Jans Leben hat etwas von einer Tellerwäscher-Karriere. Der heute 37-Jährige ist vor rund 20 Jahren aus Afghanistan in die Schweiz geflüchtet, fand irgendwann eine Anstellung in einer Pizzeria in Zürich, arbeitete in den folgenden Jahren in diversen Lokalen – zuletzt im Vecchia Posta in Pfäffikon – und führt nun seit Anfang Jahr sein eigenes Restaurant. Zusammen mit seiner Frau Karima, hat er die Pacht des Pfäffiker Restaurant Rössli übernommen, das 2006 seine Türen schloss.
Nach einer Umbauphase ging das Restaurant damals wieder als Bar und Teil der Tauchschule Deko-Stopp auf. Diese verkleinerte letztes Jahr ihre Räume in den hinteren Teil des Gebäudes, sodass das ursprüngliche Restaurant wieder frei wurde. «Mir war es ein Anliegen, dass es hier wieder ein Restaurant gibt», sagt Vermieter Erich Jung. «Hätte ich keinen Pächter gefunden, wäre aber auch eine andere gewerbliche Nutzung denkbar gewesen.»
Familiäre Unterstützung
Habib und Karima Jan, die auch in Pfäffikon wohnen, wollen der Tradition des «Rössli» treu bleiben, darum bieten auch sie italienische Küche an. «Ich habe bisher immer in italienischen Restaurants gearbeitet, darum passt das gut», sagt Habib Jan. Der Wunsch nach einem eigenen Lokal trage er seit rund zehn Jahren mit sich. «Jetzt habe ich Glück gehabt.» Er wird nun hauptsächlich in der Küche tätig sein, wo er von seinem Landsmann Mohammed Hussein unterstützt wird. «Wir sagen uns Bruder, auch wenn wir in Wirklichkeit nur entfernt verwandt sind.»

