Eine natürliche Geburt, ohne Kaiser- oder Dammschnitt, das würden sich die meisten Frauen wünschen, sagt Beatrix Angehrn, Geschäftsleiterin des Geburtshaus Zürcher Oberland. 2018 waren es so viele wie nie zuvor, die auf natürliche Weise im einzigen Geburtshaus der Region gebären konnten. Angehrn freut sich über die Rekordzahl von 310 Geburten 2018 gegenüber 289 im Jahr davor. Zur Welt kamen 157 Buben und 153 Mädchen.
Als Gründe für die Zunahme sieht Angehrn einerseits « die Mund-zu-Mund Propaganda von zufriedenen Familien » sowie die hohe Zahl der Frauen, die nach einer gut verlaufenen ersten Geburt wiederkämen. Andererseits « werden Frauen immer kritischer und fragen sich im Nachhinein, warum sie beispielsweise einen Kaiserschnitt bekommen haben » , so Angehrn.
Politik schaltet sich ein
« Die Frauen merken auch, dass sie in einer Klinik keine Garantie auf eine Eins-zu-Eins-Betreuung haben. » Im Geburtshaus sei die Eins-zu-Eins-Betreuung durch eine Hebamme hingegen garantiert. Zudem wird den natürlichen Abläufen die nötige Zeit gegeben. Die natürliche Geburt beschäftigt auch die Politik. Die Zürcher Kantonsrätin Monika Wicki (SP, ehemals Wald) reichte etwa zusammen mit zwei Kollegen von der EVP und AL bereits 2015 das Postulat « Zur Förderung der hebammengeleiteten Geburtshilfe » ein.
Der Regierungsrat sollte « Möglichkeiten prüfen, im Kanton Zürich die hebammengeleitete Geburtshilfe als Betreuungsmodell für Schwangerenvorsorge, Geburt und Nachsorge zu fördern. » Erst im vergangenen Oktober hat der Kantonsrat vom Regierungsrat mit 133 Ja zu 41 Nein Stimmen einen Zusatzbericht verlangt, da die bisherige Antwort unbefriedigend ausgefallen sei. Eine Massnahme, die Angehrn begrüsst.

