Zwei Traktanden sorgten für einen Grossaufmarsch an der Greifenseer Gemeindeversammlung vom Mittwochabend: das Budget mit Steuerfuss sowie der Planungskredit für die Schulanlage Breiti.
Eigentlich hätten die beiden Traktanden schon an der für den 5. Dezember einberufenen Gemeindeversammlung behandelt werden müssen. Da der Andrang vor zwei Wochen aber zu gross war für die Kirche und dem Kirchgemeindehaus mit ihren rund 200 Plätzen, konnte eine gesetzeskonforme Durchführung der Versammlung nicht gewährleistet werden. Gemeindepräsidentin Monika Keller (FDP) verschob die Versammlung deshalb kurzerhand auf den 19. Dezember.
«Es geht nicht um die Umdekorierung der Liegestühle auf der Titanic.»
Monika Keller, Gemeindepräsidentin Greifensee (FDP)
Genügend Platz bot nun die Kantine der Mettler Toledo AG, in der sich am Mittwochabend rekordverdächtige 308 Stimmberechtigte einfanden. Keller begrüsste die Gäste mit dem Vergleich, dass es heute Abend «nicht um die Umdekorierung der Liegestühle auf der Titanic» gehe, sondern darum, dass «die Maschinen weiterlaufen und das Schiff weiterfahren kann». Die drohende Katastrophe stand somit im Raum.
Was Keller damit antönte, wurde den Stimmberechtigten im Laufe der folgenden vier Stunden Gemeindeversammlung bewusst: Für die anstehenden hohen Investitionen steht praktisch kein Geld zur Verfügung. Mit einer Steuerfusserhöhung wollte der Gemeinderat das Problem etwas entschärfen.

