«Zwei Frauen sollen in den Bundesrat nachrücken»
Diesen Mittwoch ist es soweit: Zwei neue Bundesräte werden gewählt. Doris Leuthard (CVP) wie auch Johann Schneider-Ammann (FDP) treten auf Ende Jahr zurück. Für die Nachfolge von Leuthard sind Viola Amherd und Heidi Z’graggen nominiert, als neuer FDP-Bundesrat kandidieren Hans Wicki und Karin Keller-Sutter.
Gewählt werden die neuen Bundesräte von der Vereinigten Bundesversammlung Schweiz. Zu dieser gehören auch die Nationalräte. Fabian Molina (SP), Nationalrat aus Illnau-Effretikon, hat eine klare Vorstellung davon, wie der Bundesrat nach den Ersatzwahlen aufgestellt sein soll: «Zwei Frauen sollen nachrücken. Es ist im Jahr 2018 kein Zustand mehr, dass der Bundesrat praktisch nur aus Männern besteht.»
Bei den FDP-Kandidaten sei es deshalb gegeben, wem er seine Stimme gibt. Bei der CVP habe er sich noch nicht ganz entschieden. «Ich habe eine Tendenz. Die definitive Entscheidung steht und fällt aber mit den noch anstehenden Hearings.»
Lieber unterschiedliche Meinung als keine Meinung
Kriterien, die seine Stimme beeinflussen, gebe es viele, wie Molina sagt. «Ein Bundesrat muss führen können, mehrsprachig sein und auf eine langjährige Erfahrung in der Politik zurückgreifen können.»
Wichtig sei ihm aber vor allem eine klare, politische Haltung. «Ich möchte wissen, wo diese Person steht und welche Meinung sie vertritt.» Karin Keller-Sutter sei dafür ein gutes Beispiel. «Sie ist eine Rechts-Freisinnige. Politisch sind wir also selten einer Meinung. Das ist mir jedoch lieber, als wenn jemand seinen Standpunkt ständig ändert.» Keller-Sutter würde seiner Meinung eine gewisse Stabilität in den Bundesrat bringen, die während der letzten Jahre verloren gegangen sei.
Mehr Frauen gewünscht
Mit der Auswahl der Nachfolgekandidaten für Johann Schneider-Ammann und Doris Leuthart ist Fabian Molina zufrieden. «Ich finde es stark, dass die CVP zwei Frauen ins Rennen schickt.»
«Es ist etwas fragwürdig, weshalb Hans Wicki noch kandidiert, obwohl Karin Keller-Sutter schon von Beginn an als Favoritin galt.»
Fabian Molina, SP-Nationalrat aus Illnau-Effretikon
Umso dramatischer sei es, dass in der FDP keine zweite Frau den Mut hatte, zu kandidieren. «Ich hätte es mutig gefunden, wenn die FDP entweder klar auf Keller-Sutter gesetzt oder eine zweite Frau nominiert hätte.»
20-Jähriger kandidiert als Bundesrat
Die Kandidatur des erst 20-jährigen Pfäffikers Dominic Täubert (EVP, Jugendparlament Kanton Zürich) hat Fabian Molina positiv überrascht. «Ich finde es gut, dass die Jungen ein Zeichen setzen», so der Nationalrat. Die Demokratie und Politik soll ein Abbild der Gesellschaft sein. «Im Parlament bin ich momentan der einzige unter 30 .»
Klar sei, dass Täubert keine Chancen habe, den Platz als Bundesrat zu erhalten. «Es zeigt aber, dass sich die Jungen für Politik interessieren und vertreten sein wollen.»

