Volketswiler geben klare Zeichen an Halloween
Zerbrochene Eier kleben an Häuserfassaden, Büsche und Briefkästen sind mit WC-Papier eingewickelt oder gar gesprengte Briefkästen: Am Tag nach Halloween sind oftmals die Spuren einer wilden Nacht zu sehen – mittlerweile auch hierzulande. Die Gemeinde Volketswil hat laut Polizeichef Roland Vetter in den vergangen Jahren eine vergleichbare Entwicklung bezüglich Halloween gemacht, wie die Nachbargemeinden auch: « Vereinzelte Sachbeschädigungen durch Eier-Wurf an Hausfassaden und ähnliche Lausbubenstreiche gehören offenbar zu Halloween. »
Spezielle Patrouille
Wie bei besonderen Anlässen üblich, sei die Gemeindepolizei Volketswil auch bei Halloween mit einer speziellen Patrouille in Volketswil und Schwerzenbach präsent und sorge für Ruhe und Ordnung wo notwendig. Als Ergänzung stellt die Kantonspolizei Zürich im Bezirk Uster eine weitere « Halloween-Patrouille », die eng mit den kommunalen Polizeikorps zusammen arbeitet.
Aber auch im kleinen Rahmen kommt es am Halloween-Abend immer wieder zu Unstimmigkeiten. Kinder, die verkleidet auf der Jagd nach Süssigkeiten durch die Strassen ziehen, klingeln an unzähligen Haustüren – doch nicht alle haben Freude daran.
Halloween als Kulturgut fördern
5000 Türanhänger verteilte die Gemeinde Volketswil darum im letzten Jahr in der Gemeinde, welche die Einwohner an Halloween an ihre Türklinken hängen konnten. Darauf die klaren Statements: Ja oder Nein zu Halloweenbesuchen. «Halloween ist längst als Brauch auch in der Schweiz verankert», sagt Susanna Zachar-Simo, Kulturkoordinatorin und Leiterin des Gemeinschaftszentrums. «Mit den Türanhängern wollten wir dazu beitragen, dass das Fest allen in guter Erinnerung bleibt.» Als Kulturkoordinatorin sei es unter anderem ihre Aufgabe, an einem guten Miteinander in der Gemeinde zu arbeiten. «Halloween ist auch unser Kulturgut, dieses als Gemeinschaft zu feiern, fördert das Gemeindeleben.»
Als sie vor zwei Jahren mit ihren eigenen Kindern zum ersten Mal an Halloween unterwegs war, habe sie die Erfahrung gemacht, dass die kleinen Hexen und Gespenster oft enttäuscht waren, wenn sie an der Haustüre abgewiesen wurden – sei es weil die Bewohner zwar Freude, aber keine Süssigkeiten bereit gehabt haben, oder dann die ganze Aktion als unnötig und störend empfanden. «Als Mutter hat man dann ebenfalls ein schlechtes Gewissen.» Darum hatte sie die Aktion ins Leben gerufen.
Die Rückmeldungen auf den Pilotversuch seien allesamt positiv gewesen. Auf ihrer Tour mit ihren Kindern im letzten Oktober habe sie dann viele Türhänger auch tatsächlich im Gebrauch gesehen. «Und die meisten wiesen darauf hin, dass man gerne Besuch möchte.» Meldungen, dass Lausbuben oder -mädchen die Türanhänger entwendet haben, seien nach der Halloween-Nacht keine eingegangen. «Darum haben wir uns entschieden, erneut eine solche Aktion durchzuführen.»
«Einfach abzulösen»
In diesem Jahr werden zwar keine Türanhänger verschickt, aber im Gemeindehaus, in der Bibliothek sowie im Gemeinschaftszentrum und im Volg liegen Sticker auf, die auf Bereitschaft der Bewohner, am Halloween-Brauchtum teilzunehmen, hinweisen. «Die Türanhänger erwiesen sich als unpraktisch für Mehrfamilienhäuser», sagt Susanna Zachar-Simo. Darum habe man sich für die Sticker entschieden – die laut Hersteller «einfach abzulösen und vegan» sind.
