Die Behindertenorganisation Pro Infirmis schliesst ihre Wohnschule in Fehraltorf auf Ende November. Zukünftig werden die Erwachsenen mit einer Lernbehinderung, kognitiver Beeinträchtigung oder Autismusspektrumsstörung nur noch am Standort Zürich Altstetten ausgebildet. Das teilte die Organissation Ende August mit.
Für Jeannette Dietziker, Leiterin der Wohnschule Fehraltorf, kam dieser Entscheid nicht überraschend. «Das Wohnangebot für Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung wird immer breiter, die Belegung in Fehraltorf nahm ab.»
Es würde immer mehr Institutionen geben, die mit beeinträchtigen Menschen auf das selbstständige Leben hinarbeiten. Und doch besteht ein kleiner, aber feiner Unterschied zur Wohnschule von Pro Infirmis. «Hat ein Schüler die Wohnschule abgeschlossen, kann er alleine wohnen und alle Bereiche seines Lebens selbstständig managen. Andere Institutionen begleiten die Personen intensiver.»
Schuld am Defizit von pro Infirmis
Die Zunahme an verschiedenen Institutionen und die damit verbundene Schülerabnahme in der Wohnschule zieht auch finanzielle Folgen mit sich. Wie Pro Infirmis mitteilt, haben die beiden Wohnschulen mit einem Minus von rund 500’000 Franken wesentlich zum Defizit der Organisation beigetragen. Die Schliessung einer der beiden Standorte habe sich also schon länger abgezeichnet.
Zum jetzigen Zeitpunkt zählt die Wohnschule in Fehraltorf noch drei Bewohner. «Sie alle sind nicht glücklich über unseren Entscheid. Schliesslich haben sie sich hier eingelebt», so Jeannette Dietziker.

