Kanton erstellt sichere Pfade für Wildtiere
Grasfrösche, Erdkröten oder Molche können sich ab Mitte Oktober sicherer zwischen Maur und Egg bewegen. «Hochleistungsstrassen stellen für viele Tierarten schlecht oder gar nicht überwindbare Hindernisse dar», sagt Isabelle Rüegg von der kantonalen Baudirektion. «Mithilfe von Landschaftsverbindungen soll die Fragmentierung der Lebensräume für die Wildtiere reduziert und die trennende Wirkung von Verkehrswegen und anderen Barrieren vermindert werden.»
Konkret bedeutet dies: Auf der Höhe des Egger Weilers Neuhaus wird bei der bereits bestehenden Unterführung unter der Forchautostrasse der Asphaltbelag durch ein Kiesweg ersetzt. Ausserdem werden die Autobahnzäune gegen die Fahrbahn zurückversetzt und Hecken gepflanzt, welche den Tieren als Verstecke und Leitstrukturen dienen.
Forchautobahn zeitweise einspurig
Gleichzeitig wird beim Rappitobel-/ Uessiker Dorfbach der Bachdurchlass unter der Forchstrasse mit einer Lauffläche, einer Art Absatz oder Steg, ergänzt. Kleintiere, welche dem Bach folgen, können so die Verkehrsachsen auf ungefährliche Weise unterqueren. Während den Bauarbeiten in Scheuren/Neuhaus wird die Forchautobahn zeitweise auf eine Spur reduziert.
Zielarten sind neben Amphibien auch andere Arten, die sich gerne in der Nähe von Gewässern aufhalten, zum Beispiel der Iltis. «Weitere, nicht an den Gewässerlebensraum gebundene Arten wie Dachs, Fuchs und Feldhase können ebenfalls von den Massnahmen profitieren», sagt Isabelle Rüegg. «Von anderen Land- und Forstwirtschaftsunterführungen mit geringen Störungen ist ausserdem bekannt, dass diese sporadisch von Rehen benutzt werden.»
Weitere Durchgänge in Grüningen und Bubikon
Entlang der A52 sind im kantonalen Richtplan neben der Landschaftsverbindung in Scheuren/Neuhaus noch zwei weitere eingetragen. Die eine befindet sich in Grüningen und besteht aus einem Durchlass des Aabachs. Dieser erhält beidseitige Laufflächen, ein Teil dieser Arbeiten sei bereits ausgeführt worden. Die andere befindet sich in Bubikon. Dort sollen die Gehwege auf der Überführung der Sennwaldstrasse über die A52 mit Naturbelägen versehen und an den Geländern ein Sichtschutz montiert werden. Insgesamt sind im kantonalen Richtplan rund 50 bestehende oder geplante Landschaftsverbindungen im Bereich von Hochleistungsstrassen eingetragen.
