Politik

Vollsperrung wegen Sanierung der Kempttalstrasse?

Die Kempttalstrasse in Fehraltorf soll für rund 8 Millionen Franken saniert werden. Der Regierungsrat hat einen entsprechenden Kredit bewilligt. Isabelle Rüegg, Mediensprecherin der Baudirektion, erklärt, weshalb die Bauzeit nur noch sechs statt 15 Monate beträgt und wie sich die Sanierung auf den Verkehr in Fehraltorf auswirkt.

Vollsperrung wegen Sanierung der Kempttalstrasse?

Die Kempttalstrasse in Fehraltorf wird täglich von 18’000 Autos befahren. Diese Belastung hat der Strasse stark zugesetzt, sie befindet sich in einem schadhaften Zustand (wir berichteten). Die Fussgängerstreifen und Lichtsignale wie auch Bushaltestellen entsprechen nicht mehr der heutigen Norm und müssen entsprechend angepasst werden. 

Wie der Regierungsrat mitteilt, wurde am Donnerstag ein Kredit von 8,07 Millionen Franken für die Sanierung der Kempttalstrasse bewilligt. Für die Gemeinde fallen keine Kosten an – mit Ausnahme des geplanten einseitigen Eingangstors auf Höhe des Lächbachs Richtung Pfäffikon. Hier leistet die Gemeinde einen Beitrag von 163’000 Franken.

Baustart der Sanierung ist im Frühjahr 2020. Isabelle Rüegg, Mediensprecherin der Baudirektion Kanton Zürich, gibt einen ersten Einblick in das ganze Projekt.

Gemäss der Medienmitteilung vom 30. August kostet die Sanierung der Kempttalstrasse 8,07 Millionen Franken. Im Frühjahr 2017 war noch die Rede von 6,8 Millionen Franken. Wieso ist das Projekt teurer geworden?  
Isabelle Rüegg: Die Angabe von 6,8 Millionen Franken stammt aus der Stufe Vorprojekt. Bei dieser Planungsphase können die Kosten noch nicht so genau beziffert werden. Die Differenz lässt sich also in erster Linie auf die nun höhere Kostengenauigkeit zurückführen. Zusätzlich sind die Werkleitungsarbeiten umfangreicher als zunächst angenommen. Dennoch verkürzt sich die Bauzeit. 

Markus Allenspach, Projektleiter der Sanierung, sprach damals von einer Bauzeit von 15 Monaten. Nun soll sie noch sechs Monate betragen. Wieso? 
Mit verschiedenen Anpassungen im Bauablauf möchten wir die Verkehrseinschränkungen während der Bauzeit auf dieser stark frequentierten Strasse möglichst kurz halten. Das detaillierte Bauprogramm wird allerdings erst erstellt, wenn die Vergabe an den Bauunternehmer abgeschlossen ist. 

Ursprünglich sollte die Strasse dieses Jahr saniert werden. Warum hat sich der Baustart zwei Jahre nach hinten verschoben? 
Aufgrund der Einsprachen und der damit verbundenen Einigungsverhandlungen.  

Die Kempttalstrasse ist die Hauptverkehrsachse in Fehraltorf. Wie wird sich die Sanierung auf den täglichen Verkehr auswirken?
Strassenbauprojekte haben immer gewisse Verkehrseinschränkungen zur Folge, das ist unvermeidbar. Die Kempttalstrasse ist zwischen den beiden Kreiseln mit täglich rund 18’000 Fahrzeugen stark befahren, deshalb messen wir dem Verkehrskonzept grosse Bedeutung zu. Das detaillierte Bauprogramm wird jedoch wie gesagt erst noch erstellt. Daher können wir noch nicht sagen, wie diese Einschränkungen genau aussehen werden, beziehungsweise ob und wie lange es eine Vollsperrung geben wird. Wir werden die Fehraltorfer Bevölkerung und das Gewerbe frühzeitig über das Verkehrskonzept informieren.  

Die neue Kempttalstrasse
Die Kreuzung Kempttalstrasse/Rumlikerstrasse soll neu mit Lichtsignal geregelt werden: Es wird eine Linksabbiegespur für jene, die von Illnau her kommen, geben. Verkehrsteilnehmer aus Richtung Pfäffikon werden über eine kombinierte Spur geführt, die für Rechtsabbieger und Geradeausfahrer gedacht ist.

Die beiden Ampeln bei den Fussgängerstreifen der Usterstrasse und dem Gemeindehaus werden aufgehoben. Dafür sind neue Fussgängerstreifen mit Schutzinseln geplant. Bei der Kreuzung Kempttalstrasse/Allmendstrasse wird die von Illnau kommende Rechtsabbiegerspur aufgehoben. Dadurch wird die Fahrbahn redimensioniert. Der Rad- und Gehweg wird hier bis zur Mülistrasse verlängert, damit Velofahrer und Fussgänger die Kempttalstrasse via bestehendem Übergang samt Mittelschutzinsel überqueren können. Auf dem rund ein Kilometer langen Bauabschnitt  auf der Kempttalstrasse sind ausserdem neue Kandelaber mit LED-Leuchten vorgesehen.

Die Bushaltestellen Am Wildbach werden mit mehr Abstand zum ehemaligen Schwimmbadkreisel verlegt. Sie sind als behindertengerechte Haltestellen auf der Fahrbahn geplant. Für die Passagiere wird ein Fussgängerstreifen mit Schutzinsel realisiert. Auf Höhe der Alten Wermatswilerstrasse wird ausserdem die neue Bushaltestelle Zentrum entstehen.

Die Haltestelle in Fahrtrichtung Rösslikreisel wird als Fahrbahnhaltestelle ausgeführt, für die Haltestelle gegenüber ist eine Busbucht geplant, sodass kein Rückstau der wartenden Autos in den Kreisel provoziert wird. Die Schutzinsel wird auf 20 Meter erweitert. So kann der Bus nicht überholt werden.

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