«Es wird schwierig werden, beide Ämter zu vereinbaren»
Letzte Woche wurde bekannt, dass Sie einen Sitz im Regierungsrat erobern wollen. Das ist ein grosser Brocken – was ist aus den Ruhephasen geworden, die nach ihrer Amtszeit als Volketswiler Schulpräsidentin eigentlich hätten einlegen wollen?
Rosmarie Quadranti: Nun, ich habe gemerkt, dass es mir im Schaukelstuhl doch noch nicht so richtig gefällt. Ja, tatsächlich habe ich immer noch Lust und auch den Mut, grosse Ziele anzupacken.
Momentan gibt es keine Zürcher Regierungsräte, die ebenfalls als Nationalräte amten. Wie sieht ihre Zukunft im Nationalrat aus, sollten Sie in den Regierungsrat gewählt werden?
Warten wir erst mal die Wahlen ab. Mir gefällt die Arbeit im Nationalrat nach wie vor, vor allem dann, wenn konstruktiv an Lösungen gearbeitet wird. Ich bin dieses Amtes nicht müde. Bei einer Wahl in den Regierungsrat muss ich sicher einen Entscheid treffen. Es wird schwierig werden, beide Ämter zu vereinbaren und macht wohl auch wenig Sinn.
Sie haben Ende Juni bereits das Amt als Volketswiler Schulpräsidentin abgegeben. Müssten Sie ein weiteres Engagement wie etwa ihre Arbeit als Präsidentin im Stiftungsrat des Kinderdorfs Pestalozzi beenden, um Zeit für den Regierungsrat zu finden?
Ich habe für das Schulpräsidium tatsächlich viel Zeit aufgewendet. Es gibt also Kapazität. Es wird selbstverständlich die eine oder andere Überlegung geben, ob ich noch weitere Engagements abgeben muss. Denn wenn ich etwas mache, will ich es richtig machen.
Was ist Ihre Motivation, nun auch einen Regierungsratssitz anzustreben?
Der Regierungsrat ist eine spannende Aufgabe. Es ist ein Exekutivamt wo man einiges bewegen kann. Es läuft sehr viel richtig im heutigen Regierungsrat, aber es gibt Herausforderungen.
Was wären denn Ihre Hauptziele bei der Arbeit im Regierungsrat?
Gemeinsam in einem Kollegium anstehende Probleme analysieren und einer Lösung zuführen. Sicher ist, dass ich eine erklärte Gegnerin der zivilaviatischen Nutzung des Flugplatzes Dübendorf bin und bleiben werde. Und hier gibt es ja mit dem Projekt der Anrainergemeinden eine Alternative. Ebenso muss die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert werden. Im Gesundheitswesen, vor allem bei den Alters- und Pflegeeinrichtungen, gilt es einiges zu verbessern. Die Liste der anzupackenden Themen ist lang.
Ging die Initiative für die Kandidatur von Ihnen oder von der Partei aus?
Die BDP hat auch bei den letzten Wahlen einen Regierungsratskandidaten gestellt. Es ist für die Partei klar, dass sie sich an diesen Wahlen beteiligt, wenn sie der Meinung ist, dass sie eine geeignete Kandidatin, einen geeigneten Kandidaten hat. Die BDP hat mich einstimmig gewählt. Persönlich stelle ich mich nur für eine Tätigkeit zur Verfügung die mich interessiert und mich herausfordert.
Wie gross rechnen Sie sich Ihre Chancen auf den Wahlsieg aus?
Ich gebe keine Prognose ab. Mit meiner Kandidatur haben die Stimmbürger die Möglichkeit die Mitte zu stärken. Sie entscheiden. Warten wir den Wahlsonntag ab.
