Verschiedene Strategien im Kampf gegen Foodwaste
Die schweizerische Lebensmittelindustrie produziert pro Jahr 2,3 Millionen Tonnen Lebensmittel – dabei fällt ein Verlust von rund 500’000 Tonnen an. Gemäss Bundesamt für Gesundheit (Bafu) könnten drei Viertel davon vermieden werden. «Ursache für diese Verluste sind ungenaue Planung oder technisch bedingte deklassierte Produkte wie etwa beschädigte Schokoladentafeln», heisst es auf der Website des Bafu, wo eine grosse Studie zum Thema Foodwaste publiziert wurde. Es zeige sich, dass in der Technik ein grosses Potenzial zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen liegt.
Bei der Migros-Grossbäckerei Jowa mit Sitz in Volketswil führt man genau Buch darüber, wie viele Lebensmittel aus der Produktion ausscheiden. Gemäss Nachhaltigkeitsprogramm der Migros werden dabei keine Lebensmittel «einfach weggeworfen». Bis 2020 wurden über 40 Ziele festgelegt, deren Erreichung Jahr für Jahr überprüft wird. Die Jowa selbst hat 31 Ziele in ihre Nachhaltigkeitsstrategie übernommen und engagiert sich entlang der ganzen Wertschöpfungskette. «Wir haben einen Kreislauf, der verschiedene Verwertungswege beinhaltet, die bis zur Rezyklierung führen», sagt Corinne Harder, Leiterin Kommunikation bei der Jowa.
«In Volketswil konnten bereits sieben von zehn Tonnen Lebensmittel weitergegeben werden.»
Corinne Harder, Leiterin Kommunikation bei der Jowa
Einer dieser Wege ist die Beteiligung an der Online-Plattform «Food Bridge». Darauf bieten Lebensmittelbetriebe ihre überschüssigen Waren an. Gemeinnützige Organisationen können die gesamte angebotene Menge oder Teile davon übernehmen. Die Jowa hatte sich bereits in der Testphase am Pilotbetrieb beteiligt und ist seit der Lancierung der Plattform vor eineinhalb Jahren aktive Anbieterin. «In Volketswil sind es bereits sieben von zehn Tonnen Lebensmitteln, die weitergegeben werden konnten – für den Rest bestand wohl keine Nachfrage», sagt Harder.
Preise frühzeitig senken

