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Hittnauer Rinder online «metzgen»

Ein Rind erst schlachten, wenn all seine Teile verkauft sind: Das ist das Konzept des Start-Up-Unternehmens Digital Butchers. Die Rinder, von denen das Fleisch stammt, sind auf dem Sunnehof in Hittnau zu Hause, der von Peter und Esther Jampen geführt wird.

Hittnauer Rinder online «metzgen»

Der Stall des Sunnehofs in Hittnau ist sonnendurchflutet. Der Geruch von frischem Heu liegt in der Luft. Die im Stall untergebrachten Mutterkühe schmatzen, während ihre Kälbchen versuchen, an Milch zu gelangen. «Wir bewirtschaften rund 60 Mutterkühe mit ihren Kälbchen sowie einen Stier», sagt Esther Jampen.

«Wir bewirtschaften rund 60 Mutterkühe mit ihren Kälbchen sowie einen Stier»

Esther Jampen, Landwirtin auf dem Sunnehof in Hittnau

Die 48-Jährige ist mit ihrem Mann Peter seit vielen Jahren in der Hittnauer Landwirtschaft tätig, 1999 stellten sie von Milchviehhaltung auf Muttertierhaltung um. Das Fleisch vom Sunnehof ist in regionalen Metzgereien erhältlich, unter anderem bei «Eichenberger» in Wetzikon. 

Seit kurzem beteiligen sich Jampens an einem Projekt, das für sie Neuland ist: Crowdbutching. «Es handelt sich um eine neue Art des Fleischverkaufts», sagt Jampen. Sie fügt an: «Bevor ein Tier geschlachtet wird, müssen alle Teile von ihm verkauft sein.»

«Bevor ein Tier geschlachtet wird,müssen alle Teile von ihm verkauft sein.»

Esther Jampen, liefert das Fleisch für die Digital Butchers

Alle Teile von einem Tier 
Die Idee zum Crowdbutching kommt von den Jungunternehmern Mike Egger und Rafael Caprez. Mit dem Ziel, die Nachhaltigkeit in der Fleischwirtschaft anzukurbeln und den bewussten Umgang auf Seiten des Konsumenten zu fördern, gründeten sie das Start-Up-Unternehmen Digital Butchers.

Auf der Website der «Digital Butchers» können die Kunden Fleisch bestellen. «Hackfleisch, Huft, Filet oder Innereien – jeder essbare Teil des Rinds wird angeboten», sagt Esther Jampen. Im Unterschied zu herkömmlichen Metzgereien stammt sämtliches Fleisch vom selben Rind; einem, das auf dem Sunnehof in Hittnau zu Hause ist. 

Während Esther Jampen das Konzept des Projekts weiter ausführt, streckt ein Rind seinen Kopf durch die Gitter und schnuppert neugierig an meiner Hand. «Das ist Mario. Er ist der nächste, der im Rahmen der Digital Butchers geschlachtet wird.»

Viel Lob für gute Tierhaltung
Gemäss der Website sind bisher 13.33 Prozent von Mario verkauft. «Es dauert zwischen zwei und vier Wochen, bis die Bestellungen das ganze Tier abdecken», weiss Esther Jampen. Ist es soweit, wird das Rind auf dem Sunnehof abgeholt und zum Schlachten nach Bazenheid SG gebracht. Danach wird das Fleisch verpackt und mit einem Kühltransporter ausgeliefert. 

«Es dauert zwischen zwei und vier Wochen, bis die Bestellungen das ganze Tier abdecken.»

Esther Jampen vom Sunnehof

Dass die Jampens ihr Fleisch unter anderem über die Digital Butchers vertreiben, ergab sich durch einen Zufall. «Viele Spaziergänger loben unsere Tierhaltung und meinten, dass sie unser Fleisch guten Gewissens essen würden. Ein Hofladen zu eröffnen, wäre uns aber ein zu grosser Aufwand gewesen.» 

Also fragten die Landwirte bei der Migros an, ob ihr Fleisch in der Filiale Hittnau ins aufgenommen wird. «Wir erhielten eine Absage. Die Migros schlug uns aber vor, uns mit Mike Egger und Rafael Caprez in Verbindung zu setzen. Sie seien am Aufbau eines nachhaltigen Projektes.» So machten sie Bekannschaft mit dem Crowdbutching. 

Filets aus der ganzen Welt
Esther Jampen und ihr Mann waren von der Idee der Digital Butchers begeistert. «Das Nose-to-Tail-Konzept, also dass das Tier von der Nase bis zum Schwanz verarbeitet wird, sagte uns sofort zu.»

In den letzten Jahren sei es im Trend gewesen, nur die besten Stücke eines Rinds zu essen. Zum Beispiel das Filet. «Da die Nachfrage sehr gross war wurde, zusätzlich zum Schweizer Fleisch, Filet aus Argentinien und Brasilien importiert. Die restlichen Teile der Schweizer Rinder blieben liegen.» 

Das habe sich mittlerweile geändert. «Die Menschen denken anders und essen bewusster Fleisch. Statt nur auf den Preis wird auch auf die Herkunft und Haltung geschaut», sagt die Landwirtin. 

Jö-Effekt nur als Kälbchen 
Esther Jampen und Peter Jampen schauen jeden Tag nach den Tieren und bauen eine Beziehung zu ihnen auf. «Diese hat aber keinen Einfluss auf das Schlachten», sagt die Hittnauerin.  «Vor allem Kälbchen lösen den Jö-Effekt aus und brauchen auch Pflege. Sobald sie älter werden, sind sie sehr selbständig.»

«Kälbchen lösen den Jö-Effekt aus.»

Esther Jampen, seit Generationen in der Landwirtschaft tätig

Wird das Tier abgeholt, ist seine Mutter bereits wieder hochträchtig. Zusammen mit der Kuh freuen sich die Jampens dann auf den Nachwuchs. 

Bisher wurde erst ein Rind im Rahmen des Crowdbutching geschlachtet. «Das Projekt ist noch im Aufbau. Ich bin aber überzeugt, dass es sich positiv entwickeln und an Bekanntheit gewinnen wird.»  

Mehr Informationen zu den Digital Butchers und eine Angebotsübersicht finden Sie unter: www.digital-butchers.ch

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