Alles bereit für das «Dorf in der Stadt»
Auf dem Zellweger-Areal machen sich derzeit gelbe Bagger breit. Die Bauarbeiten in diesem Gebiet sind kein ungewohntes Bild, schliesslich entsteht dort seit Anfang Jahr eine Art «Dorf in der Stadt», wie es Felix Schärer, Leiter Immobilienbewirtschaftung der Hesta Immobilien nennt. 135 Wohnungen, auf vier siebenstöckigen Wohnhäusern verteilt, sollen bis 2020 auf dem Areal entstehen.
Es ist das letzte von fünf Bauprojekten der Zellweger Park AG (siehe Box). Die Gebäude wurden von den Zürcher Architekten EM2N entworfen. Jedes hat eine eigene, individuelle Form, die sich über Sichtachsen zu einem einheitlichen Ganzen zusammenfügen.
Laut Flavio Pasini, Geschäftsführer der Hesta Immobilien und Vertreter der Bauherrschaft, läuft beim Langzeitprojekt bisher alles nach Plan. Das alte Hochregallager sowie mehrere Gewerbehallen, die 40 Jahre lang auf dem Areal standen, seien wie vorgesehen per 30. April abgebrochen worden.
Da sich das Lager auf einem mit Schadstoffen belasteten Industrie-Grundstück befand, gestalteten sich die Abbrucharbeiten etwas zeitaufwendiger. «Vor den eigentlichen Abbrucharbeiten konnten alle Altlasten, die sich in den Gebäuden befanden, fachmännisch zurückgebaut werden. Diese Arbeiten und der anschliessende Abbruch sind reibungslos verlaufen», sagt Pasini.
1,5- bis 5,5-Zimmer-Wohnungen
Im Anschluss wurde mit dem Aushub der Baugrube begonnen. Diese Arbeiten würden voraussichtlich bis Ende Juli dauern. «Danach starten die Rohbauarbeiten. Als erstes werden die Kanalisationsleitungen verlegt und dann wird die Tiefgarage gebaut», so Pasini.
Nebst den 135 Wohnungen halten auch zwei Ateliers, eine Kunsthalle von der Walter-A.-Bechtler-Stiftung und Gewerbeflächen Einzug in das ehemalige Industrieareal. «Es ist aber noch nicht bekannt, welche Mieter in die Gewerbeflächen kommen werden», sagt Pasini.
Auch die Mietzinse der 1,5 bis 5,5-Zimmer-Wohnungen seien noch nicht definiert worden. «Diese werden aber ähnlich ausfallen, wie die bereits bestehenden Wohnungen im Zellweger-Park», sagt er. Bisher kostete eine 5,5-Zimmer-Wohnung um die 3000 Franken im Monat.
Bauprojekte der Zellweger Park AG
2003 wurde die Zellweger Park AG gegründet. Sie übernahm das frühere Industrieareal der Zellweger-Luwa AG, zu der auch das anfangs der 80er Jahre erbaute Hochregallager gehörte. 2005 entstand die Vision, aus dem einstigen Textilindustrie-Gebiet ein Wohn- und Arbeitsquartier zu entwickeln. In den folgenden Jahren entstanden rund 230 Mietwohnungen durch die Architekten Gigon/Guyer, Morger+Dettli sowie Herzog & De Meuron. Zuletzt wurde im März 2017 die Umnutzung der alten Spinnerei durch die Pfister Schiess Tropeano & Partner Architekten aus Zürich begonnen. Das Zellweger-Areal wird im Frühjahr 2020 mit dem Bau der 133 Mietwohnungen auf dem ehemaligen Hochregal-Gelände komplett fertig gestellt.

