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Ehekrise gegen sicheren Hafen

Duell zwischen dem Bezirkshauptort Uster und der Glattal-Metropole Dübendorf: Wo kann man besser essen, wo macht der Ausgang mehr Spass, und welche Stadt verspricht die bessere Abkühlung an heissen Tagen? Im dritten Test lassen wir die Zahlen sprechen.

Wer stabilere Familienverhältnisse sucht, muss sich für Uster statt Dübendorf entscheiden. (Foto: Pixabay/Pexels)

Ehekrise gegen sicheren Hafen

Die Serie «Städteduell» wurde von züriost im Sommer 2018 lanciert. Über die Ostertage blicken wir auf die bisherigen Folgen zurück – danach geht es weiter mit dem knallharten Kampf der Ustermer Bezirksmetropolen.

 

Fertig «gschpürschmifühlschmi», jetzt kommen die harten Fakten auf den Tisch. Das statistische Amt müsste doch genaue Antworten liefern, ob es sich in Uster oder Dübendorf besser leben lässt. Zumindest quantitativ mehr gelebt wird in Uster – allein aufgrund der Bevölkerungsgrösse, mit knapp 35’000 Einwohnern ist die Stadt um 7000 Personen reicher als Dübendorf. Obs unter anderem an der gesunden Höhenluft in Uster liegt? Die Stadt am Aabach ragt um 24 Meter höher in den Himmel als die Stadt an der Glatt und diese Erhöhung scheint sich gesundheitlich positiv auszuwirken. Denn pro 1000 Einwohner sind in Uster im letzten Jahr nur 6,3 Personen gestorben – in Dübendorf 6,9. Doch beide Städte wachsen, und zwar nicht nur durch Zuzüger. Die Geburtenrate ist vergleichbar: Pro 1000 Einwohner kamen in Uster letztes Jahr 10,3 Kinder zur Welt, in Dübendorf 10,4. 

In beiden Städten genau gleich hoch ist die Anzahl Heiraten, nämlich 5,7 pro 1000 Einwohner. Doch damit ist schon wieder fertig mit guten Nachrichten – zumindest für Dübendorf. Dort wurden nämlich gleichzeitig 2 Ehen pro 1000 Einwohner geschieden, in Uster nur 1,6. An was das wohl liegt? Der höheren Arbeitslosenquote (Uster: 3,1 Prozent, Dübendorf: 3,2 Prozent)? Fehlende Christliche Werte (Anteil an Katholiken plus Reformierte in Uster: 59,05 Prozent, in Dübendorf: 52,45 Prozent)?

Die Frage der Treue

Doch den liebeskummerigen Unglücksraben in der Glattalstadt, die nun eine andere Übernachtungsmöglichkeit suchen müssen als das heimische Ehebett, stehen 9,1 Hotelbetten pro 1000 Einwohner zur Verfügung. Diese kennen die Betroffenen ja vielleicht schon von gewissen Schäferstündchen. Einen Grund brauchts ja, warum eine Ehe in die Brüche geht. In Uster sind es nur 8,5 Hotelzimmer pro 1000 Einwohner – aber eben, die brauchen sie statistisch gesehen auch weniger. Treue wird leider vom Kanton nicht statistisch erfasst. Der Anteil an 1-Personen-Haushalten ist in Dübendorf zumindest mit 36,8 Prozent um mehr als zwei Prozentpunkte höher als in Uster mit 34,6 Prozent. 

Wenn man dann endgültig auszieht oder rausgeworfen wird, muss man sich in Dübendorf beeilen. Denn da standen Ende Jahr nur noch 127 Wohnungen leer. In Uster wiederum waren es 318. Da würden wohl einige gut daran tun, ins emotional stabilere Uster zu ziehen. Denn sicherer ist es dort allemal. Zumindest ein bisschen. 

Exakte «Tüpflischisserei»

In Dübendorf ereigneten sich im letzten Jahr mehr Unfälle, nämlich 8,6 pro 1000 Einwohner. Und auf die gleiche Anzahl Dübendorfer gibt es nur 1,7 Ärzte! Da fühlt man sich in Uster gleich doppelt sicher, wenn man bedenkt, dass bei nur 8,2 Unfällen pro 1000 Ustermer ganze 2,9 Ärzte für die Behandlung bereitstehen. Sogar drei mal so viele Zahnärzte als in Dübendorf. 

Mancher wird jetzt wohl sagen, «was für e Tüpflischisserei». Aber es bleibt dabei: Das sind die Fakten. Und Uster schneidet statistisch gesehen einfach besser ab und erhält einen wohlverdienten Punkt. Die Stadt ist schliesslich auch doppelt so gross wie Dübendorf. 

 

Bislang erschienen:

Das beste Stadthaus: Dübendorf  (Dübendorf 1: Uster 0)
Die schönste Badi: unentschieden (Dübendorf 2: Uster 1)

statistich attraktiver: Uster (Dübendorf 2: Uster 2)

Die Zahlen stammen vom Statistischen Amt des Kantons Zürich und beziehen sich grösstenteils auf das Jahr 2017. Ob die im Text erwähnten Zusammenhänge tatsächlich bestehen, darf hinterfragt werden. 

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