Politik

Die Farneralp wird neu von der Familie Kamer bewirtschaftet

Pächterwechsel, eine neue Verwaltungsrätin und Investitionen: Auf der Alp Farner oberhalb von Wald ist einiges im Wandel.

Die Farneralp wird neu von der Familie Kamer bewirtschaftet

Seit Anfang Mai werden die Besucher auf der Alp Farner oberhalb von Wald von fünf schottischen Hochlandrindern begrüsst. Mit ihnen auf die Alp gezogen sind vier Geissen und sieben Mutterkühe. Und Andrea und Marius Kamer, die neuen Pächter der Alp. «Wir alle haben den Umzug gut überstanden», sagt Marius Kamer. «Wir freuen uns auf die Herausforderung.»

Die Alp gehört der Alp Farner AG, beziehungsweise deren 850 Aktionären und besteht aus einem Gastro- und einem Landwirtschaftsbetrieb. Während das Restaurant ein Ausflugsziel ist, werden im Sommer über 100 Tiere anderer Bauern hier gealpt. Der Geschäftsführer Ferdi Hodel sagt: «Andrea und Marius Kamer haben bereits Erfahrung auf Alpen, das ist für uns ein Glücksfall.»

Schon 15 Jahre Rinderalp-Erfahrung

Die Familie hat zuvor während 15 Jahren eine Rinderalp geführt. Der Wechsel sei für sie attraktiv, sagt Kamer. «Das Potential des Betriebes ist enorm, er ist das ganze Jahr offen und das Einzugsgebiet ist gross.» Der Betreib sei in manchen Punkten aber auch anspruchsvoller als der vorhergehende: «Die Speisekarte ist sicher komplizierter.»

Andrea und Marius Kamer haben die Pacht von Pascal Fischbacher übernommen, geführt wurde der Betrieb von seinen Eltern. «Pascal Fischbach hat sich entschieden, nach 6 Jahren den Vertrag nicht mehr zu erneuern, da seine Eltern in den Ruhestand gehen möchten» , sagt Hodel.

Kägi verlässt den Verwaltungsrat

Zudem gibt es bei der Alp Farner einen Wechsel im Verwaltungsrat: Wilfried Kägi verlässt das Gremium nach drei Jahren. Auf ihn folgt Nadia Hungerbühler. Die Zusammenarbeit im Verwaltungsrat funktioniere hervorragend und habe Spass gemacht, sagt Kägi. «Sonst hätte ich meiner Arbeitskollegin Nadia Hungerbühler nicht empfohlen, die Aufgabe zu übernehmen.» Er räume den Posten aus persönlichen Gründen. «Ich will eine neue Aufgabe im sozialen Bereich übernehmen. Mit Beruf und Familie wäre alles zu viel geworden.»

Über die gefundenen Nachfolgeregelungen für die Pacht und den Verwaltungsrat sei er sehr glücklich, sagt Hodel. Nicht zufrieden sei er hingegen mit dem Geschäftsergebnis des letzten Jahres. 2017 machte der Betreib 22‘667 Franken Verlust.

Schwarze Null als Ziel

Der Verlust habe mit hohen Abschreibungs- und Investitionskosten zu tun und sei teils auf Ausgaben zurückzuführen, die mit dem Pächterwechsel zusammenhängen. Grosse Gewinne zu schreiben sei zwar nicht die Absicht der Alp Farner. «Das  Ziel ist mittelfristig eine schwarze Null», so Hodel. Er sei zuversichtlich, dass man das in den kommenden Jahren erreichen könne.

Kamer sagt, er habe an sich selber die Erwartungshaltung, selbsttragend-profitabel zu produzieren. «Es ist mir auch bewusst, dass es keine billigen Gebäude sind, entsprechend muss man den Betrieb auch gut führen.» Unter Druck gesetzt fühle er sich dadurch aber nicht. «Die Landwirtschaft auf der Alp ist nicht einfacher geworden, aber das ist überall so.»

«Weil sie liebe Cheiben sind»

Am landwirtschaftlichen Konzept wolle man nichts verändern, sagt Hodel. Wie bisher werden im Sommer Tiere von Betrieben aus dem Tal auf die Alp gebracht. Die Hochlandrinder seien eine erfreuliche Erweiterung. «Die Besucher haben Freude daran und ich glaube den schottischen Rindern ist es wohl dort oben.»

Das findet auch Kamer. «Es sind genügsame Tiere und sie haben sich schon gut eingelebt.» Er halte die schottische Rasse hauptsächlich als Hobby. «Und weil sie liebe Cheiben sind.»

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