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«Nochmals: Die Seilbahn schliesst eine ÖV-Lücke»

Andreas Hohl, Verwaltungsrats-Delegierter der Zoo-Seilbahn AG, wehrt sich gegen den Vorwürf, der Zoo schere sich nicht um den Schutz der Natur vor der eigenen Haustüre. Die Zoo-Seilbahn sei zwar eine neue Attraktion, erzeuge aber auch einen Umsteigeeffekt auf den öffentlichen Verkehr. Nachdem das Vorhaben nun zum zweiten Mal öffentlich aufliegt, wünscht sich Hohl eine Versachlichung der Diskussion.

«Im Sagentobel gibt es keinen Eingriff.»: Andreas Hohl, Verwaltungsrats-Delegierter der Zoo-Seilbahn AG. (Foto: PD), Blick aus der Gondel auf die neue Elefantenanlage. (Visualisierung: Zoo-Seilbahn AG), Die Seilbahn beim Gfellergut. (Visualisierung: Zoo-Seilbahn AG), Die Bergstation ist neben der Masoala-Halle vorgesehen. (Visualisierung: Zoo-Seilbahn AG), Die ersten Meter ab dem Bahnhof Stettbach. (Visualisierung: Zoo-Seilbahn AG), Die Talstation beim Bahnhof Stettbach. (Visualisierung: Zoo-Seilbahn AG)

«Nochmals: Die Seilbahn schliesst eine ÖV-Lücke»

Andreas Hohl, die Seilbahngegner werfen der Zoo Seilbahn AG vor, sie wäre kaum auf die kritisierten Punkte eingegangen. Haben sie Recht?
Andreas Hohl:
Nun, wir haben das Projekt nochmals optimiert. Und es gibt technische Änderungen. So wurden etwa die Gondeln vergrössert und kinderwagentauglich gemacht, auch haben wir die Berg- und Talstation entsprechend angepasst; da sind wir gestalterisch einen Schritt weitergekommen. Aus der Sicht der Gegner hat sich aber natürlich nichts Bahnbrechendes verändert, denn wir halten nach wie vor an der Zoo-Seilbahn fest. Die grösste Neuerung ist sicher das Verkehrsgutachten – der einzige Punkt, bei dem das Verwaltungsgericht eine Nachbesserung verlangt hat.

Dieses Gutachten kommt bei den Gegnern auch nicht gut weg: Sie kritisieren es als widersprüchlich, weil es einerseits den Umsteigeeffekt der Seilbahn auf den öffentlichen Verkehr aufzeigt, auf der anderen Seite aber auf die vielen verfügbaren Parkplätze in der Umgebung hinweist. Wie kommt das?
Hier wird von den Gegnern ein einzelner Punkt herausgegriffen. Der ist aber lediglich ein Teil einer umfangreichen Gesamtbetrachtung, und da gehört nun einmal dazu, die Parkplätze in der Umgebung aufzulisten, welche von den Autofahrern theoretisch genutzt werden könnten – ohne dass dies als Aufforderung zu verstehen ist.

«Tatsache ist, dass es auf allen Einfahrtachsen zum Zoo Leute gibt, die sich am Verkehr stören.»

Andreas Hohl, VR-Delegierter der Zoo-Seilbahn AG

Die Gegner nehmen dies aber als Indiz, dass Sie selbst nicht an den Umsteigeeffekt glauben.
Für uns ist die Seilbahn ganz klar ein ÖV-Projekt. Wir können aber weder jeden einzelnen legalen Parkplatz absperren, noch haben wir die Macht, die Leute daran zu hindern, mit dem Auto anzureisen. Die Gegner machen den Zoo für alle Verkehrsprobleme verantwortlich, dabei generieren die Samsung Hall und die Entwicklung im Dübendorfer Hochbord-Quartier ebenfalls Verkehr.

Eine Seilbahn wäre aber klar eine neue Attraktion, die wiederum mehr Publikum anziehen würde.
Nochmals: Die Seilbahn schliesst eine ÖV-Lücke und erzeugt einen Umsteigeeffekt. Klar würde eine Seilbahn unser Angebot insgesamt attraktiver machen. Doch niemand spricht von den Zehntausenden Autofahrten, die durch das Projekt pro Jahr verhindert werden könnten.

Es ist aber schon ein krasser Eingriff in die Privatsphäre, wenn einem Gondeln direkt über den Kopf fahren. Können Sie den Ärger dieser Leute nicht verstehen?
Es ist genau ein Haus, das die Seilbahn direkt überfährt, alle anderen sind teilweise mehrere Dutzend Meter versetzt. Ich habe schon ein gewisses Verständnis für die Betroffenen. Tatsache ist, dass es auf allen Einfahrtachsen zum Zoo Leute gibt, die sich am Verkehr stören. Dabei ist die Seilbahn die pragmatischste Lösung. Sie stinkt nicht, sie macht keinen Lärm und sie beansprucht keinen Platz auf den eh schon verstopften Strassen. Und ich bin sicher, dass man in den meisten Fällen eine gute Lösung finden kann, wenn beide Parteien das Problem konstruktiv angehen.

«Eine Quersubventionierung haben wir nicht vor.»

Andreas Hohl, VR-Delegierter der Zoo-Seilbahn AG

Die Anwohner werfen dem Zoo auch vor, dieser bemühe sich zwar um den Schutz der Natur in entfernten Gegenden der Welt, das Sagentobel direkt vor der Haustüre sei ihm aber egal.
Im Sagentobel gibt es keinen Eingriff. Deshalb haben wir hohe Masten, damit wir das Gebiet überfahren können. Die Projektierung basiert auf einem ordentlichen Verfahren mit Umweltverträglichkeitsbericht; bezüglich Landschaftsschutz haben wir bisher von allen Behörden Grünes Licht bekommen.

Gemäss der NZZ könnten die Fahrgäste die Seilbahn mit einem passenden Billett des Zürcher Verkehrsverbunds ohne zusätzliche Kosten nutzen. Wie weit ist man da schon mit Zusagen?
Eine entsprechende Absichtserklärung ist unterschrieben. Es handelt sich aber nicht um eine Tarifintegration, sondern würde eher wie bei der Fähre Horgen-Meilen gehandhabt.

Doch wer übernimmt die Kosten? Der Kantonsrat hat klar festgehalten, dass der ZVV den Freizeitverkehr nicht noch mehr unterstützen dürfe. Muss der Zoo den Betrieb quersubventionieren oder gibt es am Ende einen Seilbahn-Fünfliber?
Sie sind auf der Suche nach einer Schlagzeile (lacht). Eine Quersubventionierung haben wir nicht vor, aber es gäbe schliesslich auch noch andere Möglichkeiten, etwa Sponsoring. Letztlich ist das unser Problem, wir sind aber zuversichtlich, was die Finanzierung anbelangt. Oberste Priorität hat nun, dass wir die Bewilligung bekommen.

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