«Die Jugendlichen drohten mir»
Jugendliche machen Anwohnern des Luppmenparks in Hittnau, darunter auch Gemeinderat Carlo Hächler (FDP), das Leben schwer. «An den Wochenenden werden hier regelmässig kleine Partys veranstaltet. Dem wäre grundsätzlich nichts auszusetzen, wenn sich die Jugendlichen an gewisse Regeln halten würden», meint der Hochbauvorsteher.
Leider sei aber genau das Gegenteil der Fall: «Die Feiernden schreien herum, hören viel zu laut Musik und lassen ihren Abfall auf dem Platz liegen. Weder direktes Ansprechen noch Polizeikontrollen helfen», sagt Hächler. Nun ergriff der Gesamtgemeinderat Massnahmen: «Wir liessen den Tisch und die Bänke im Luppmenpark entfernen.»
Mit dem nötigen Anstand feiern
Die Situation nahm bereits letzten Sommer ihren Lauf. Vor allem an den Wochenenden hätten die nächtlichen Besuche der Jugendlichen stetig zugenommen. «Es ist mir bewusst, dass die Jugendlichen spätabends gerne noch um die Häuser ziehen. Trotzdem muss auf die Nachtruhe zwischen 22 Uhr und 6 Uhr Rücksicht genommen werden.» Leider sei aber genau das Gegenteil der Fall gewesen. «Zur Lärmbelästigung kam dann Littering sowie Vandalismus dazu. Es war nicht mehr tragbar», so Hächler.
Als der Hittnauer Hochbauvorsteher einmal mehr wegen des Lärms erwachte, konfrontierte er die Jugendlichen direkt. «Ich sagte, dass es mich nicht störe wenn sie hier Zeit verbringen. Ob sie aber bitte die Lautstärke senken könnten, da die Anwohner rundherum gerne schlafen würden.»
«Die jungen Erwachsenen drohten mir mit Gewalt.»
Carlo Hächler, Anwohner des Luppmenparks
Gebracht habe diese Bitte nichts – im Gegenteil. «Die jungen Erwachsenen drohten mir mit Gewalt, falls ich nicht verschwinde. Sie zeigten keine Einsicht», erzählt Hächler. Er ist enttäuscht und hätte sich gewünscht, dass die Jugendlichen Anstand zeigen und die Lautstärke ihrer Party mässigen würden. «Ich bin kein Gegner vom Feiern, solange niemand anders belästigt wird. Es ist aber nicht meine Aufgabe, das den Jugendlichen beizubringen. Ich bin nicht deren Erzieher.»
Nach seiner erfolglosen Intervention schaltete Carlo Hächler die Polizei ein. Doch selbst deren Einsatz brachte keine grossen Erfolge: «Auch nach dem Erscheinen der Gesetzeshüter ging die Feierei weiter.»
Nägel mit Köpfen gemacht
Wie so oft war der Platz danach verdreckt und musste auf Kosten der Gemeinde gereinigt werden. «Das kam fast wöchentlich vor», sagt Hächler. Auch Sachschäden wie ein umgestossener Zaun wurden zu Lasten der Gemeinde aufgeräumt. «Im Gemeinderat diskutierten wir über mögliche Massnahmen, wie den Tisch und die Bänke entfernen zu lassen. Da aber der Winter kam, entschieden wir uns vorerst dagegen», sagt Carlo Hächler.
Der Winter verging, der Frühling kam und mit ihm wieder die Feierei. «Es ging genau gleich weiter. Also machten wir Nägel mit Köpfen: Vor zwei Wochen kam der Tisch und die Bänke weg.» Seither hätten die Anwohner des Luppmenparks Ruhe, Lärmbelästigungen gab es keine mehr. «Das ist natürlich erfreulich», meint Carlo Hächler.
«Zeigen die Jugendlichen Einsicht, wäre ich bereit, ihnen wieder einen Schritt entgegen zu kommen.»
Carlo Hächler, Gemeinderat von Hittnau
Trotzdem stellt ihn diese Lösung nicht zufrieden. «Ich finde es schade, dass der Park der Öffentlichkeit nicht mehr in seiner vollen Pracht zu Verfügung gestellt werden kann. Jeder sollte diesen unter Einhaltung einiger Vorgaben nützen dürfen.»
Er wünsche sich, dass die betroffenen Jugendlichen oder deren Eltern auf ihn zukommen. «Zeigen die Jugendlichen Einsicht, wäre ich bereit, ihnen wieder einen Schritt entgegen zu kommen. Es ist aber ein Geben und Nehmen.»

