«Ich werde mich von Gemeindeversammlungen fernhalten»
Frau Beglinger, was stellten Sie in den letzten 16 Jahren für Ansprüche an sich selber?
Annemarie Beglinger: Zu bleiben, wie ich bin. Natürlich verhalte ich mich an einer Gemeindeversammlung anders als beim Besuch von Freunden. Aber ich wollte nie eine andere Person spielen und mich immer wiedererkennen können. Auch als ich am Anfang meiner Amtszeit als Gemeinderätin in die FDP eintrat, warf dies keine grossen Wellen. Auf Gemeindeebene geht es in der Exekutive um Personen und erst in einem zweiten Schritt um Parteizugehörigkeiten.
Vor rund zehn Jahren hat der Tages-Anzeiger einen grossen Artikel über Sie verfasst, da Sie eine der wenigen weiblichen Gemeindepräsidentinnen des Kantons waren. War dieser Umstand jemals ein wichtiges Thema für Sie?
Nicht für mich, aber sicher für andere. Da gibt es verschiedene Themenfelder. Als Frauen müssen wir aber aufpassen, nicht ständig alles auf diese Gender-Diskussion herunterbrechen zu wollen. Aber ich gebe zu, wenn eine Frau in einer wichtigen Position versagt, wie etwa die Post-Chefin, finde ich das doppelt so schade, als wenn es ein Mann gewesen wäre.
«Gemeindemutter zu sein, reicht nicht mehr aus.»
Annemarie Beglinger

