«Es geht oft um Littering und Rauschmittel»
Herr Keller, wie gross ist die Angst vor Verbrechen oder Überfällen in Volketswil?
Christoph Keller: Das Thema, das die Volketswiler am meisten beschäftigt, ist eigentlich nicht sehr aufregend, aber doch allgegenwärtig: das Littering. Dass dieses das grösste Problem ist, kann aber als gutes Zeichen gewertet werden. Denn das ist ein Zeichen, dass das Sicherheitsempfinden in der Gemeinde zufriedenstellend ist. Dies geht auch aus der neusten Bevölkerungsumfrage hervor. Der Polizei wird ein gutes Zeugnis attestiert.
Obwohl die Sicherheit bestimmt sehr verschieden eingestuft wird.
Natürlich ist das Sicherheitsempfinden sehr subjektiv, doch in Volketswil sind wir in Sachen Sicherheit auf der sicheren Seite – gerade weil wir auch von schwerwiegenden Naturereignissen wie etwa Hochwasser praktisch nie betroffen sind. Wenn nun ein Stromausfall die Gemeinde über längere Zeit betreffen würde, dann gäbe es sicher Probleme. Auch bei einer Wasserverseuchung oder Pandemie würde es kritisch, aber solche Fälle betreffen ja dann nicht nur unsere Gemeinde, sondern müssen überregional angepackt werden.
Wie sieht es im Vergleich zu anderen Gemeinden aus?
Da liegen wir im Durchschnitt. Die Gemeindepolizei bildet mit Dübendorf, Greifensee, Illnau-Effretikon, Uster und Wangen-Brüttisellen einen Polizeiverbund, führt gemeinsam Regionalpatrouillen durch. Dabei zeigt sich in Volketswil das Bild, das sich auch überregional abbildet: Grundsätzlich geht die Kriminalitätsrate zurück, bei den Jugendlichen steigt sie jedoch leicht. Doch dabei geht es erneut oft um Littering oder dann um Missbrauch von Rauschmittel. Das sind beides Verstösse, die keinen grossen Aufruhr verursachen und dadurch wohl auch das Sicherheitsempfinden nur marginal betreffen. Momentan ist es zudem ruhig, was Einbrüche betrifft.
Gibt es andere Vorfälle, die gerade «Hochsaison» haben?
Es gibt immer saisonbedingte Trends, da würden mehr Einbrüche im Sommer eigentlich dazugehören. Aber momentan steigen eher die Vorfälle mit den Jugendlichen und «Junggebliebenen» an, die am Abend immer später herumziehen und Lärm und Abfall verursachen. Wellenbewegungen gibt es immer, das sehe ich auch bei meiner Arbeit als Lehrer an der Schule Volketswil, da wird auch mal mehr mal weniger geraucht, gemobbt oder gestohlen.
Weltweit fürchtet man sich vor Terrorismus – inwiefern hat diese Angst auch Volketswil bereits erreicht?
Die Gemeindepolizei arbeitet eng mit der Kantonspolizei zusammen, bei uns sind sogar die Polizeiposten vereint. Über diese Zusammenarbeit können wir auf das Expertenwissen der Kantonspolizei zurückgreifen und machen davon auch Gebrauch, wenn es um die Abschätzung von Gefahrenpotenzial geht, etwa bei einer Grossveranstaltung. Ende April fand in der Gemeinde ein grosses türkisches Kulturfest statt. Bei solchen Anlässen muss man einen Blick auf die Weltlage werfen. Momentan ist es ruhig zwischen Türken und Kurden – das kann sich aber innert kurzer Zeit verändern und hätte dann auch Auswirkungen auf das Sicherheitsdispositiv. Auch mit Vertretern der Moschee in Hegnau sind wir in einem guten und regelmässigen Austausch. Ich persönlich hätte grundsätzlich mehr Bedenken, wenn ein Fussballspiel zwischen dem FCZ und Basel hier durchgeführt würde…
Gibt es schon Aussichten, wie sich die Sicherheitsorganisation in Volketswil entwickeln wird?
Bereits jetzt gibt es jährliche Treffen der Verantwortlichen von Polizei, Feuerwehr und weiteren Akteuren, in denen die aktuellen Tendenzen und Schwerpunkte besprochen werden. Für viele Szenarien gibt es bereits Krisenkonzepte. Wir können nur hoffen, dass wir uns so lange wie möglich nicht um ein grundsätzliches Krisenkonzept gegen Terrorismus kümmern müssen.
Volketswiler Sicherheitstag
Am Samstag, 9. Juni, findet beim Feuerwehrgebäude an der Javastrasse 12 von 9 bis 17 Uhr der Sicherheitstag 2018 statt. Diverse Blaulicht-Organisationen stellen ihre Arbeit bei Einsatz-Demonstrationen und an Infoständen vor. «Die Volketswiler sollen sehen, wie ihre Steuergelder genutzt werden», sagt Sicherheitsvorstand Christoph Keller. Bei vergangenen Durchführungen seien besonders Familien mit Kindern an den Präsentationen interessiert gewesen. «Speziell interessant werden die Präsentationen zur Unfallverhütung sein – danach giesst niemand mehr Wasser in eine brennende Ölpfanne.»
- Demo Brand Container: 10, 11, 12, 13, 14.30 und 15.30 Uhr
- Einsatz-Demo Feuerwehr eventuell mit Rega zirka 10.30 Uhr
- Demo Kantonspolizei Diensthundewesen zirka 11.45 Uhr
- Einsatz-Demo Feuerwehr (mit Rettungsdienst Uster) zirka 14 Uhr
- Dazu finden den ganzen Tag an diversen Ständen Aktivitäten statt
