Sie sind seit 1990 Egger Gemeinderat, seit 16 Jahren Gemeindepräsident und doch scheint es so, als dass gerade in den letzten beiden Legislaturen die grössten Entscheidungen Ihrer Amtszeit getroffen wurden. Zufall?
Rolf Rothenhofer: Viele Geschäfte brauchen eine jahrelange Planungszeit, besonders Gestaltungspläne oder Quartierpläne. In den letzten Jahren kamen nun einige grosse Projekte innerhalb kurzer Zeit zu einem Abschluss. Der Gestaltungsplan des «Esslinger Dreiecks» begleitet mich seit meiner ersten Legislatur und musste ganze drei Mal revidiert werden. Die Umsetzung der Einheitsgemeinde auf Januar 2016 war sicher das schönste Projekt, das ich leiten durfte. So etwas gibt es nur einmal und man muss Glück haben, im richtigen Moment Gemeindepräsident zu sein.
Dabei war der Weg zur Einheitsgemeinde kein einfacher, in einer ersten Abstimmung 2001 entschieden sich die Egger noch gegen die Vorlage. War es von Anfang an Ihr Ziel als Gemeinderat, die beiden Gemeinden zusammenzuführen?
Das Thema hat mich immer beschäftigt, aber ein klar definiertes Ziel für mein politisches Engagement war es nicht. 2001 kam seitens der Schulgemeinde viel Opposition – wenn nur eine Seite die Einheitsgemeinde will, ist die Sache praktisch aussichtslos. Mit dem Wechsel des Schulpräsidiums hat «das Zügli wieder Fahrt aufgenommen». Sich als neuer Gemeinderat themenspezifische Ziele zu setzen, ist sowieso schwierig, da so viele Faktoren zusammenspielen müssen. Der Gemeinderat besteht aus sieben Mitgliedern und für jeden Entscheid braucht es immer eine Mehrheit. Klar ist, dass man die Finanzen im Griff haben will – und gleichzeitig will man einen stabilen Steuerfuss haben und trotzdem in Projekte investieren können. Manchmal gehen auch Dinge schief. Aber niemand tritt ein Amt an, um absichtlich etwas falsch zu machen.
Was war der schwierigste Moment in Ihrer Amtszeit?

